Es gibt verschiede Methoden, um einen bösartigen Tumor schulmedizinisch zu behandeln. Entweder wird der Tumor chirurgisch entfernt, mit Medikamenten behandelt oder die Tumorzellen werden mit ionisierender Strahlung abgetötet. Rund die Hälfte aller Krebskranken in der Schweiz unterzieht sich einer solchen Strahlentherapie mit ionisierender Strahlung. Am PSI arbeiten Forscher an der Weiterentwicklung einer für die Schweiz einzigartigen Bestrahlungsanlage mit Protonen, mit der die Behandlung auch tief liegender und bewegter Tumoren möglich werden soll.
In Deutschland ist die Diskussion über eine weitere Nutzung der Kernenergie wieder voll im Gang. Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel letzten Monat den Atomausstieg als «absolut falsch» bezeichnet hatte, haben sich weitere Politiker zu Wort gemeldet (siehe Rubrik «Politik»). Auch die Einstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber der Kernenergie hat sich laut einem ZDF-Politbarometer (siehe Rubrik «Stellungnahmen/Meinungsumfragen») deutlich geändert. Dem gegenüber ist Frankreich mit 58 in Betrieb stehenden Kernkraftwerken, einem im Bau und einem weiteren in Planung sowie einem Kernenergieanteil von knapp 80% weltweit Spitzenreiter in der Nutzung der Kernenergie. Francis Sorin, Leiter des Pôle information der Société française d’énergie nucléaire (SFEN), erklärt in der Online-Version des deutschen Magazins «Der Stern», woher Frankreichs Offenheit gegenüber der Kernenergie rührt.
«Energie: besoin de science et non de démagogie»: Unter diesem Titel hat der Ingenieur und Energiespezialist Marcel Maurer am 8. April 2008 einen vielbeachteten Artikel in der Tageszeitung «Le Temps» publiziert. Darin prangert er anhand von drei Beispielen – Windenergie, Stromsparlampen und radioaktiven Abfällen – die Demagogie immer wieder gehörter Argumente an. Die Bulletinredaktion wollte von Marcel Maurer wissen, warum dieser vehemente Verfechter der Energieeffizienz und erneuerbaren Energien von der wirtschaftlichen und ökologischen Notwendigkeit der Kernenergie überzeugt ist. Er plädiert für eine Abkehr vom Religionskrieg und für die Nutzung aller gangbaren Wege.
An der Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Nuklearforums Schweiz am 29. Mai 2008 im Musée Olympique in Lausanne warnten führende Vertreter der Wirtschaft eindringlich vor unfruchtbaren Grabenkämpfen rund um die Kernenergie. In Anwesenheit von Bundespräsident Pascal Couchepin machten sie deutlich, dass die Kernenergie als Teamplayer in die erneuerbaren Energien eingebettet ist und den unverzichtbaren Grundpfeiler einer zuverlässigen, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Stromversorgung bildet.
Vor dem Hintergrund des angekündigten Neubaus von Kernkraftwerken stellt sich die Öffentlichkeit Fragen zur Verfügbarkeit und zur Umweltbilanz des Rohstoffs Uran – Antworten von Tony Williams, Leiter Kernbrennstoffe der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG.
Ein zentrales Thema der diesjährigen PIME-Tagung (Public Information Materials Exchange) der European Nuclear Society am 11.–13. Februar 2008 in Prag war der Blick in die Zukunft der Kernenergie. Internationale Referenten fassten bei dieser Gelegenheit die wichtigsten politischen Entwicklungen zusammen und stellten dabei fest, dass die Vorzüge der Kernenergie zunehmend erkannt werden.
Franco Romerio, seit der Gründung des Centre universitaire d’étude des problèmes de l’énergie (CUEPE) der Universität Genf wissenschaftlicher Forscher, seines Zeichens Energiegewissen des Kantons am unteren Zipfel des Sees und besessen vom Wunsch, der Wahrheit auf die Spur zu kommen, war lange Zeit davon überzeugt, dass die Schweiz aus der Kernenergie aussteigen muss. Die Entwicklung und Ernsthaftigkeit der Probleme durch die heute massive Nutzung fossiler Energieträger – Klimabedrohung, Luftverschmutzung, Erschöpfung der Reserven und geopolitische Spannungen – führten dazu, dass er heute die Kernenergie, zumindest für die nächsten Jahrzehnte, mit einer gewissen Zurückhaltung befürwortet. Im folgenden Interview nimmt er Stellung.
Das Nuklearforum Schweiz trauert um seinen Ehrenpräsidenten, Dr. Hans Jörg Huber, der am 7. Januar 2008 gestorben ist und entbietet den Angehörigen sein herzliches Beileid. Wir sind dem Verstorbenen zu grossem Dank verpflichtet für seinen ausserordentlichen Einsatz für die Nukleartechnik in einer schwierigen Epoche.
Gelinde gesagt: In der schweizerischen Energieszene brodelt es. Angesichts der Gefahr eines bevorstehenden Strommangels kündigen die Elektrizitätsunternehmen neue Kernkraftwerksprojekte an. Das Paul Scherrer Institut (PSI) wird deren Umsetzung an vorderster Front begleiten. Dies bestätigt Jean-Marc Cavedon, Direktor des Forschungsbereichs Nukleare Energie und Sicherheit am PSI.
Die Reaktorsicherheitsnormen sollen in Europa bis 2010 harmonisiert sein. Diesen Zeitplan gab die Western European Nuclear Regulators' Association (Wenra) anlässlich ihrer Herbstversammlung bekannt, die vom 7. bis 9. November 2007 in Luzern stattgefunden hat. Für die Schweiz ist die internationale Zusammenarbeit der europäischen Aufsichtsbehörden im Hinblick auf den Bau neuer Kernkraftwerke von besonderer Bedeutung. Insbesondere das finnische Verfahren, das beim Bau des europäischen Druckwasserreaktors in Olkiluoto zur Anwendung kommt, ist den schweizerischen Anforderungen sehr ähnlich.
Im Jahr 2000 hat das amerikanische Department of Energy eine Initiative für die Forschung und Entwicklung von Nuklearsystemen der Zukunft lanciert, an der sich auch die Schweiz beteiligt. Erste Prototypen solcher Systeme werden nicht vor 2020 erhältlich sein. Das Ziel der Entwicklung von Reaktoren der vierten Generation ist, über «sauberere, sicherere, genügsamere, proliferationsresistentere und wirtschaftlichere» Systeme zu verfügen.
Ein Gespräch mit Professor Werner Burkart, stellvertretender IAEO-Generaldirektor und Leiter der Sparte für nukleare Wissenschaften und Anwendungen, zum 50. Jubiläum der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO)
Der deutsche sozialdemokratische Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Sicherheit der Kerntechnik wieder grundsätzlich infrage gestellt. Er verlangte in der Süddeutschen Zeitung vom 1. September 2007, dass die sieben ältesten Kernkraftwerke des Landes «für mehr Sicherheit» umgehend abgeschaltet werden. Die Unionsparteien CDU (Christlich Demokratische Union) und CSU (Christlich-Soziale Union) sowie die Energieversorgungsunternehmen lehnen den Vorschlag entschieden ab.
Kann man Umweltaktivist und gleichzeitig Befürworter der Kernenergie sein? Der französische Polytechniker und Ingenieur Bruno Comby ist Präsident der Association des écologistes pour le nucléaire (AEPN) und heute dank seinen Büchern und seiner in 18 Sprachen übersetzten Website weltbekannt. Er beantwortet unsere Fragen.