Vom 29. November bis 10. Dezember 2010 tagte die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen in Cancun, Mexiko. In der Konvention sind fast 200 Staaten vertreten. Vor dem Hintergrund des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls wurde in Mexiko die Zukunft des weltweiten Kampfes gegen den Klimawandel diskutiert. Nach dem enttäuschenden Ausgang des letztjährigen Klimagipfels in Kopenhagen erwartete niemand allzu grosse Würfe von der 16. Uno-Klimakonferenz (COP16) in Cancún. Auch wenn sich diese Prophezeiung grösstenteils bewahrheitete, gab es doch kleinere Erfolge zu verbuchen.
Am 11. November 2010 hat im Kultur- und Kongresszentrum Trafo in Baden zum dritten Mal die Industrietagung des Nuklearforums Schweiz stattgefunden. Unter dem Thema «Rahmenbedingungen für die Renaissance der Kernenergie» diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, unter welchen Umständen sich die Schweiz auf das Jahrhundertprojekt Kernkraftwerksneubau einlassen kann. Daneben stellten sich verschiedene Unternehmen der Nuklearbranche vor, fünf davon kurz und bündig in sogenannten Liftgesprächen. 30 Firmen informierten an Messeständen über ihre Produkte und Dienstleistungen. Die Industrietagung schloss mit einer Podiumsdiskussion.
Die Schweizerische Gesellschaft der Kernfachleute (SGK) hat Anfang Oktober 2010 erstmals ein Grundlagenseminar zum Thema «Kernenergie und ihr Umfeld» durchgeführt. Die Veranstaltung stiess auf grosses Interesse. Anerkannte Fachleute gaben den 40 Teilnehmenden im ausgebuchten Kurszentrum während drei Tagen einen Einblick in dieses komplexe Thema.
Nationalrat Christian Wasserfallen, Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek) des Nationalrats und neu im Vorstand des Nuklearforums, nimmt Stellung zur aktuellen Kernenergiedebatte und äussert sich zur Befindlichkeit eines jungen Ingenieurs in der heutigen Gesellschaft.
Die südafrikanische Energieministerin, Dipuo Peters, erläutert die Pläne für den Aufbau eines Kernkraftwerkparks in ihrem Land. Peters war Hauptrednerin beim International Youth Nuclear Congress 2010 (IYNC 2010), der vom 12. bis 18. Juli 2010 in Kapstadt, Südafrika, stattfand.
An der 5. Tagung des Europäischen Kernenergieforums (Enef), die am 25. und 26. Mai 2010 in Bratislava stattfand, wurde eine erste Analyse zur Wettbewerbsfähigkeit der Kernenergie in Europa vorgestellt. Umfangreiches Datenmaterial aus internationalen und nationalen Energiestudien sowie Berechnungen der Energiebranche und nicht staatlicher Organisationen wurden herangezogen, um die Stärken und Schwächen der Kernenergie im Vergleich zu weiteren Stromproduktionsmethoden zu erfassen. Das Papier gilt als wichtiger Beitrag zum Multi-Stakeholder-Dialog im Rahmen des Enef.
Das Paul Scherrer Institut (PSI) und das Kompetenzzentrum Energie und Mobilität (CCEM) des ETH-Bereichs haben am Freitag 11. Juni 2010 zur Energietagung im Auditorium des PSI eingeladen. Energieexperten aus Forschung und Industrie gaben dabei Einblicke in die Vielfalt der technischen Verfahren, die zu einer Reduzierung des CO2-Ausstosses und so zu einem positiven Einfluss auf das globale Klima führen könnten.
Mahnende Worte an der diesjährigen Jahresversammlung des Nuklearforums Schweiz am 18. Mai 2010 in Bern: Präsidentin Corina Eichenberger und Josef A. Dürr, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), wiesen auf die Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und Fakten bei der Schweizer Stromversorgung hin. Sie forderten von Behörden und Stromwirtschaft, sich klarer als bisher zur Kernenergie zu bekennen.
Das Paul Scherrer Institut (PSI), das grösste Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz, erforscht unter anderem neue Technologien für eine effiziente, umweltschonende und sichere Energieversorgung. Prof. Joël Mesot, Direktor des PSI, verdeutlichte an der Jahresversammlung des Nuklearforums Schweiz die Herausforderungen in der Kernenergieforschung und verwies auf die Vorteile der Forschung an den Grossanlagen des PSI.
41 berufstätige Ingenieure, Wissenschafter und Fachkräfte aus der Kerntechnikbranche haben sich von Januar bis März 2010 wieder auf die Schulbank gesetzt – darunter der Autor dieses Textes. Während 26 intensiven Kurstagen haben die Teilnehmenden erfahren, wie breit das Spektrum des Begriffs «Kerntechnik» sein kann.
Das Interesse an der Kernenergie ist ungebrochen: bei Politikern, um ihre Versprechen zur CO2-Reduktion zu erreichen, bei der Industrie, um eine jederzeit verfügbare und günstige Stromversorgung sicherzustellen, und nicht zuletzt bei der Wirtschaft, um lukrative Aufträge zu gewinnen. Mit welchen Hürden auf dem Weg zur Umsetzung von Kernkraftwerksprojekten zu rechnen ist und wie diese zu überwinden sind, zeigte die internationale Tagung «European Nuclear Forum – Realising the renaissance: delivering a nuclear future for Europe» am 22. und 23. März 2010 in Paris.
Was es auf der Weltkarte längst nicht mehr gibt, vermuten Physiker im Periodensystem der Elemente: eine unentdeckte Insel. Das Periodensystem erweitern die Forscher, indem sie superschwere Elemente, also Elemente, die schwerer sind als Uran, im Labor erzeugen. Doch je schwerer die Atomkerne der neu erzeugten Stoffe sind, desto schneller zerfallen sie, oft innerhalb von Millisekunden. Physiker wollen dennoch immer weiter in das Meer der Instabilität vordringen. Denn sie sind überzeugt, dass es Atomkerne gibt, die schwerer sind als die bislang erzeugten und dennoch stabil. Doch bei der Suche nach der Insel der Stabilität stochern sie im Nebel, denn sie wissen nicht, welche Kombinationen von Protonen- und Neutronenzahl stabile Kerne ermöglichen. Einen Wegweiser im Nebel hat nun eine von der GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH (GSI) in Darmstadt geführte internationale Kollaboration entwickelt: Eine Präzisionswaage für superschwere Atomkerne erlaubt es, das Suchgebiet einzugrenzen.
Die weltweit führende Kernkraftwerksbetreiberin Electricité de France (EDF) hält konsequent am Kerngeschäft fest. Die EDF setzt weiter auf die Karte Kernkraft – mit Erfolg. Und erhält an der Börse Applaus.
Die britische Kernenergieexpertin Sue Ion, Gastprofessorin am Imperial College in London, spricht über die Zukunft der Werkstoffkunde wie auch die Entwicklung Chinas und Indiens zu globalen Akteuren im Kernenergiebereich. Sie beleuchtet die Wandlung der Kernenergie-Wahrnehmung und hält die Renaissance der Kernenergie für real.
Ölpreis-Boom, Megacities und Luftverschmutzung: Diese Faktoren verleihen den Elektrofahrzeugen Schub. Autokonzerne widmen sich verstärkt diesem Thema, wie gerade der 80. Genfer Automobilsalon zeigen wird (4.–14. März 2010). Der in der Schweiz angebotene quasi CO2-freie Strom macht Elektromobile und Hybridfahrzeuge zu einer echten Alternative.