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Kernpunkte Dezember 2010

Kanton Zürich unterstützt weiterhin den Bau neuer Kernkraftwerke

Der Kanton Zürich will auch in Zukunft auf die Kernenergie setzen. In seinem am 2. Dezember 2010 vorgestellten Energieplanungsbericht spricht sich der Zürcher Regierungsrat für zwei moderne Ersatzkernkraftwerke aus. Sein Bekenntnis zur Kernkraft als klimafreundliche Technologie zur Überbrückung der absehbaren «Selbstversorgungslücke» beim Strom habe der Regierungsrat ausdrücklich mit einem entsprechenden Beschluss zuhanden des Kantonsrats bekräftigt, erklärte Baudirektor Markus Kägi (SVP) an einer Medienkonferenz. Dabei werde der Sicherheit höchste Priorität eingeräumt – vom Bau über den Betrieb bis zur Stilllegung der Kraftwerke und von der Beschaffung der Brennelemente bis zur Behandlung ausgedienter Brennelemente zur Wiederaufarbeitung oder Tiefenlagerung.
 

Die Stadt Bern will bis 2039 aus der Kernenergie aussteigen …

Das Stadtberner Stimmvolk hat am 28. November 2010 die Änderung und Ergänzung des Reglements des Versorgungsunternehmens Energie Wasser Bern (ewb) mit 60,6% Ja-Stimmen zu 39,4% Nein-Stimmen angenommen. Mit den gutgeheissenen Änderungen darf das ewb ab 2039 nur noch elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen produzieren, kaufen und verkaufen, wobei der Gemeinderat über Ausnahmen entscheiden kann. In der Zwischenzeit soll das Unternehmen die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und die effiziente Stromnutzung verstärkt fördern und dafür eine Ökoabgabe auf nicht erneuerbare Energien erheben. Die Stimmbeteiligung lag bei 52,4%.
 

… und die Stadt St. Gallen bis 2050

Die Stimmberechtigten der Stadt St. Gallen haben sich am 28. November 2010 mit 61,4% Ja-Stimmen zu 38,6% Nein-Stimmen für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2050 «unter Wahrung der Versorgungssicherheit» ausgesprochen. Der Ausstieg soll im Rahmen des Energiekonzepts 2050 umgesetzt werden, das im Frühjahr 2007 vom St. Galler Stadtparlament genehmigt worden ist. Gleichzeitig wurde die Förderung der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien in der Gemeindeordnung verankert. Die Stimmbeteiligung betrug 53,4%.
 

Deutscher Bundespräsident sagt Ja zu Energie- und Klimapaket

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat am 8. Dezember 2010 die vier Gesetze des Energie- und Klimapaketes unterzeichnet. Damit können sie formal verkündet werden und in Kraft treten. Bei den Gesetzen handelt es sich um die Laufzeitverlängerung der siebzehn in Betrieb stehenden deutschen Kernkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre, um Bestimmungen zur nuklearen Sicherheit, um die Einführung einer befristeten Kernbrennstoffsteuer und um die Einrichtung eines Sondervermögens «Energie- und Klimafonds» zur Förderung der erneuerbaren Energien.
 

Startschuss für weitere Neubauprojekte in China …

Mitte November 2010 ist der erste Beton für die dritte Einheit am Standort Yangjiang im Süden Chinas gegossen worden. Yangjiang-3 soll in rund fünf Jahren in Betrieb genommen werden. Insgesamt sind an diesem Standort sechs 1000-Megawatt-Einheiten geplant, alle vom chinesischen Typ CPR-1000, der auf französischer Technologie beruht. Mit dem Giessen des ersten Betons haben auch die Bauarbeiten für ein zweites Kernkraftwerk am Standort Changjiang auf der Insel Hainan offiziell begonnen. In China stehen somit Ende November 26 Kernkraftwerke im Bau und 13 in Betrieb. Über 30 weitere sind geplant.
 

… und Indien

Ebenfalls im November 2010 ist der Startschuss für den Bau der zwei Kernkraftwerkseinheiten Kakrapar-3 und -4 gegeben worden. Sie befinden sich 250 km nördlich von Mumbai. Die beiden 700-Megawatt-Einheiten indischer Bauart sollen in rund fünf Jahren fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Wie China verfolgt auch Indien ein ehrgeiziges Kernkraftwerksprogramm. Die indische Regierung plant, in den kommenden zwei Jahren knapp 20 neue Kernkraftwerksprojekte in Angriff zu nehmen. Zurzeit befinden sich in Indien sechs Einheiten im Bau.
 

Südkorea: 14 neue Kernkraftwerke bis 2024

Die Regierung Südkoreas plant, in den nächsten 15 Jahren umgerechnet rund 38,5 Milliarden Franken in den Bau neuer Kohle-, Gas- und Kernkraftwerke zu investieren. Bis 2024 sollen demnach 13 Kohlekraftwerke, 19 Gaskraftwerke und 14 Kernkraftwerke dazugebaut werden. Damit würde der Kernenergieanteil an der Stromproduktion von heute rund 35% auf knapp 50% erhöht. In Südkorea stehen zurzeit 20 Kernkraftwerkseinheiten an vier Standorten in Betrieb, die zusammen rund 18’000 Megawatt ins Stromnetz einspeisen. Sechs weitere werden gegenwärtig gebaut, wovon eine voraussichtlich in den nächsten Wochen den Betrieb aufnehmen wird.
 

Grünes Licht der IAEO für Brennstoffbank

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat am 3. Dezember 2010 den IAEO-Generaldirektor ermächtigt, ein zentrales Vorratslager an schwach angereichertem Uran – eine Brennstoffbank – zu schaffen. Ziel der Brennstoffbank ist es, Mitgliedsländern mit einem Kernkraftwerksprogramm, die ausdrücklich auf eigene Urananreicherungskapazitäten verzichten und die Nonproliferationsabkommen einhalten, nötigenfalls auszuhelfen, falls die Belieferung mit angereichertem Uran ins Stocken gerät. Die Brennstoffbank wird der IAEO gehören und durch sie verwaltet. Um die voraussichtlichen Betriebskosten sowie die Kosten für den Kauf und die Lieferung des Urans zu decken, haben private und staatliche Geber bisher umgerechnet rund 160 Millionen Franken zugesichert.
 

Japan: Kashiwazaki-Kariwa-5 wieder in Betrieb

Block 5 der mit sieben Blöcken weltweit grössten Kernkraftwerksanlage Kashiwazaki-Kariwa hat Anfang November 2010 nach dreijährigem Stillstand den kommerziellen Betrieb wieder aufgenommen. Kashiwazaki-Kariwa-5 ist die vierte Einheit des Kernkraftwerks, die den Betrieb nach dem schweren Erdbeben vom 16. Juli 2007 wieder aufgenommen hat. Es waren damals keine sicherheitsrelevanten Schäden an den Anlagen aufgetreten. Die Blöcke 6 und 7 sind bereits 2009 wieder ans Netz gegangen, Block 1 folgte im August 2010.
 

Kernpunkte Dezember 2010 (PDF)



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