Lehre, Forschung und Nachwuchs in der Kernenergie
Eine Bestandesaufnahme des Nuklearforums Schweiz
(Bern, 12. Oktober 2010) Das heutige inländische Angebot in Lehre und Forschung und die vorhandenen Infrastrukturanlagen bieten eine solide Basis für die zukünftige Nutzung der Kernenergie in der Schweiz. Der grösste Bedarf an Fachleuten besteht bei den Maschinen-, Elektro- und Bauingenieuren ohne spezifische nukleare Ausbildung. Dies geht aus einer Erhebung des Nuklearforums Schweiz und von swissnuclear hervor.
Das Nuklearforum Schweiz erhebt regelmässig das Angebot und den Bedarf in der kerntechnischen Lehre und Forschung. Die jüngste Erhebung wurde mit einer Umfrage über den künftigen Bedarf an Fachleuten in den Kernkraftwerken, der Forschung und den Behörden ergänzt. Das Resultat zeigt, dass die Schweiz auf dem richtigen Weg ist.
Das bestehende nukleartechnische Angebot im Bereich der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) und die laufenden Initiativen zum Erhalt und Ausbau des Lehrangebots bieten eine gute Ausgangslage für die zukünftige Nutzung der Kernenergie in der Schweiz. Der heutige Schlüssel der Forschungsfinanzierung im Bereich der Kernspaltung (rund 50% Bund, 50% Mittel aus anderen Quellen) ist vernünftig und sollte fortgeführt werden. Die wichtigsten Lücken im schweizerischen universitären Lehrangebot finden sich in der Strahlenbiologie und in der Kernphysik. Wünschbar ist auch ein begrenzter Ausbau des kerntechnischen Angebots der Fachhochschulen.
Bisher haben die Kernkraftwerksbetreiber nie Probleme gehabt, das nötige Personal zu rekrutieren. Die anstehende Erneuerung des Kernkraftwerksparks schafft zudem neue Perspektiven für Fachkräfte. Grundsätzlich bildet die Schweiz genügend Nuklearspezialisten aus, um den absehbaren Bedarf zu decken. Da jedoch nicht alle dieser jungen Fachleute im inländischen Nuklearsektor tätig sein werden, bleibt die Schweiz auch in den kommenden Jahren auf die Rekrutierung im Ausland angewiesen.
Der weitaus grösste Bedarf besteht bei den Maschinen-, Elektro- und Bauingenieuren. Sie benötigen keine nuklearspezifische Ausbildung, sondern werden den Bedürfnissen entsprechend fortgebildet. Die Nachwuchssituation bei diesen Ingenieurrichtungen ist in der Schweiz generell angespannt. Die Kernenergiebranche mit ihrer steigenden Nachfrage steht hier vor der gleichen Herausforderung wie andere Industriezweige und wird bei diesen Ingenieur-Fachrichtungen ebenfalls teilweise auf die Rekrutierung im Ausland angewiesen sein. Das ist kein Problem, da gerade bei hochqualifizierten Berufsleuten internationale Erfahrung von Vorteil ist.
Medienmitteilung (PDF)
PDF-Version des Dossiers «Lehre, Forschung und Nachwuchs in der Schweizer Kernenergie»
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Matthias Rey
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