Schwedisches Parlament beschliesst Ausstieg aus dem Atomausstieg
(Bern, 17. Juni 2010) Das schwedische Parlament hat heute mit 174 zu 172 Stimmen einem Gesetzesentwurf der Regierung zugestimmt, der den vor 30 Jahren beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig macht. Das Gesetz wird voraussichtlich am 1. Januar 2011 in Kraft treten.
Nach einem Referendum im Jahr 1980 hatte das schwedische Parlament beschlossen, die Nutzung der Kernenergie bis 2010 auslaufen zu lassen. In der Folge wurde im November 1999 vorerst das Kernkraftwerk Barsbäck-1 aus politischen Gründen vorzeitig abgeschaltet und im Mai 2005 das Kernkraftwerk Barsebäck-2.
Derzeit stehen in Schweden zehn Kernkraftwerke in Betrieb, die rund 40% der schwedischen Stromproduktion liefern. Gemäss dem neuen Gesetz dürfen maximal zehn neue Kernkraftwerke als Ersatz der bestehenden Anlagen gebaut werden. Die Ersatzanlagen müssen an den drei heutigen Standorten Forsmark, Oskarshamn und Ringhals erstellt werden. Die Stromversorger können die Leistungsklasse der neuen Reaktoren selber bestimmen.
Umkehr nach 30 Jahren
Mit dem Gesetz widerruft das schwedische Parlament nach 30 Jahren seinen Ausstiegsbeschluss. Die Rückkehr zur Kernenergie sei notwendig, um die Stromversorgungssicherheit des Landes zu gewährleisten und den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen, hatte die Regierung ihren Gesetzesentwurf begründet. Regelmässig durchgeführte Meinungsumfragen zeigen, dass in der schwedischen Bevölkerung die Akzeptanz der Kernenergie konstant hoch ist. Über die Hälfte der Bevölkerung befürwortet die heutige und künftige Nutzung der Kernenergie.
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