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Klares Bekenntnis der Wirtschaft zur Kernenergie

(Leibstadt, 24. Oktober 2006) Angesichts der drohenden Stromlücke fordert die Schweizer Wirtschaft zügige politische Entscheide zur Sicherung der künftigen Landesversorgung. An der Industrietagung «nuclea» des Nuklearforums Schweiz am Dienstag im Kernkraftwerk Leibstadt stellten die Vertreter von economiesuisse und Gewerbeverband klar, dass die zuverlässige, preisstabile und klimafreundliche Kernenergie dabei eine Schlüsselrolle spielen muss.

Das Ende der Sorglosigkeit beim Stromkonsum ist eingeläutet: «Ab 2018 zeichnet sich eine massive Stromversorgungslücke ab; und wenn wir nur das Winterhalbjahr betrachten, sogar bereits ab 2012», erklärte Heinz Karrer, CEO der Axpo Holding AG an der «nuclea» in Leibstadt. Der Chef des grössten Stromversorgers der Schweiz erinnerte daran, dass Energie das Lebensblut der Wirtschaft ist. «Eine prosperierende Volkswirtschaft ist auf ein genügendes Angebot an Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen angewiesen», mahnte er. Zur langfristigen Sicherung der Stromversorgung setze Axpo auf einen breiten Strommix, der neben Wasserkraft und den neuen erneuerbaren Energien auch die Kernenergie und − für eine Übergangsphase − Gaskombikraftwerke umfasse.

Versorgungslücke mit verheerenden Folgen

Angesichts des erfreulichen Wirtschaftswachstums forderte Urs Näf, zuständig für die Energie- und Umweltpolitik beim Wirtschaftsverband economiesuisse, zügige politische Entscheide für den Ausbau der Elektrizitätsversorgung, denn «eine Stromversorgungslücke wäre für die Schweizer Wirtschaft verheerend». Die Erfahrungen der letzten drei Jahrzehnte hätten gezeigt, dass die Stromproduktion aus Kernenergie und Wasserkraft verlässlich und kostengünstig ist. Auslandsabhängigkeit und Preisschwankungen seien bei der Kernenergie kein Thema. «Beim Ersatz und Ausbau der bestehenden Erzeugungskapazitäten sprechen die hohen Anforderungen bezüglich Klimaschutz und Versorgungssicherheit für die Kernenergie», betonte Näf.

Kernenergie für Stromversorgung unerlässlich

Auch für Nationalrat Pierre Triponez, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, steht die Versorgungssicherheit im Zentrum: «Die wichtigste Aufgabe der Energiepolitik ist das Sicherstellen einer ausreichenden Energieversorgung durch ein möglichst breit gefächertes Angebot − nicht nur für den heutigen, sondern auch für den künftigen Bedarf», erklärte er. Zu diesem Angebot gehöre auch die Kernenergie: «Der Gewerbeverband bekennt sich klar zur Nukleartechnologie. Wir sind überzeugt, dass die Sicherheit unserer Kernkraftwerke gewährleistet und diese Technologie für unsere Stromversorgung unerlässlich ist.»

Intakte Perspektiven für Schweizer Zulieferer

Der zweite Teil der Tagung war der Kernenergie als Markt für die Schweizer Zuliefererindus­trie gewidmet. Dieser Markt umfasst nicht nur den Unterhalt der bestehenden Kernanlagen im In- und Ausland, sondern in Zukunft vermehrt auch den Neubau von Kernkraftwerken. Ein aktuelles Beispiel ist der bevorstehende Baubeginn des internationalen experimentellen Fusionsreaktors Iter in Südfrankreich, der interessante Perspektiven für die Schweizer Industrie eröffnet. Die Schweizer Industrie- und Ingenieurunternehmen, so wurde an der Tagung in Leibstadt festgestellt, sind aufgrund ihrer guten Referenzen und des hohen Qualitätsbewusstseins in der Lage, die Chancen zu nutzen, die sich angesichts der Stromverknappung und der Klimaproblematik auf dem Nuklearmarkt bieten.

 

Kontakt:       Michael Schorer, Nuklearforum Schweiz, Tel. 031 560 36 55



Arnolds Wirtschaftsblick

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In seiner Kolumne analysiert Hans Peter Arnold aktuelle Themen der Nuklearwirtschaft  >