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Kernpunkte Januar 2010

Sichere Kernanlagen in der Schweiz 2009

Im vergangenen Jahr waren die schweizerischen Kernanlagen sicher und in einem technisch guten Zustand. Das meldete das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) in seiner provisorischen Bilanz. Der Strahlenschutz der Bevölkerung war zu jeder Zeit gewährleistet. Das Ensi verzeichnete insgesamt 26 meldepflichtige Vorkommnisse. Diese Zahl lässt sich nicht mit den Vorjahren vergleichen, da das Ensi im letzten Jahr die Anforderungen an die Meldung von Vorkommnissen neu geregelt hat. Auf der von 0 bis 7 reichenden internationalen Störfallbewertungsskala der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ordnete das Ensi 24 der 26 Vorkommnisse des vergangenen Jahres der Stufe 0 zu. Vorkommnisse dieser Stufe sind zwar meldepflichtig, jedoch ohne Bedeutung für die nukleare Sicherheit. Je ein Vorkommnis im Kernkraftwerk Gösgen und in der Beznau ordnete das Ensi der Stufe 1 respektive 2 zu. 


Frankreich investiert in Nukleartechnologie der Zukunft

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat am 14. Dezember 2009 bekannt gegeben, dass seine Regierung 3,5 Milliarden Euro (5,16 Milliarden Franken) für Forschung und Entwicklung im Energiebereich zur Verfügung stellt. Davon ist eine Milliarde für die «Kernenergie von morgen» bestimmt. Ausdrücklich genannt wird die Entwicklung von Reaktoren der vierten Generation. Der übrige Teil der Summe entfällt auf erneuerbare Energien.


Standortentscheid für slowenisches Tiefenlager

Slowenien hat Ende 2009 den Standort für ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle bestimmt. Es wird in Vrbina in der Nähe des Kernkraftwerks KrŠko unweit der kroatischen Grenze errichtet. Der Bau soll in zwei bis drei Jahren beginnen. An einer ausserordentlichen Sitzung am 6. Juli 2009 hatte sich die für Vrbina zuständige lokale Behörde für den Bau des Endlagers in ihrer Gemeinde ausgesprochen.


Inbetriebnahme von Tomari-3 in Japan …

Das Kernkraftwerk Tomari-3 hat am 22. Dezember 2009 den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Damit stehen in Japan 54 Einheiten in Betrieb. Tomari-3 befindet sich auf der Insel Hokkaido, 60 km westlich von Sapporo. Der Bau begann im November 2003. Am gleichen Standort stehen zwei weitere Einheiten in Betrieb.


… und Rajasthan-5 in Indien

Am 31. Dezember 2009 hat das Kernkraftwerk Rajasthan-5 in Indien den kommerziellen Betrieb offiziell aufgenommen. Am Standort Rajasthan, der sich rund 450 km südlich von Neu Delhi befindet, steht eine weitere Einheit kurz vor der Inbetriebnahme. In Indien sind somit 18 Einheiten in Betrieb, fünf befinden sich im Bau und weitere sind in Planung.


China: 21 Kernkraftwerke im Bau

Am 8. Januar 2010 ist mit einer feierlichen Zeremonie der erste Beton für das Kernkraftwerk Ningde-3 im Südosten Chinas gegossen worden. Damit befinden sich in China gegenwärtig 21 Kernkraftwerke im Bau. Am Standort Ningde in der Provinz Fujian will die Ningde Nuclear Power Company in einer ersten Phase vier Kernkraftwerksblöcke mit je einer Leistung von 1080 Megawatt bauen. Die Gesamtkosten für die vier Anlagen betragen 6,8 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Franken). Ningde-1 und -2 befinden sich bereits seit Februar respektive November 2008 im Bau. Der Baubeginn der vierten Einheit ist im Juli dieses Jahres geplant. Die Betriebsaufnahmen sind von 2012 bis 2015 vorgesehen.


Argentinien: viertes Kernkraftwerk in Planung

In Argentinien ist seit dem 25. November 2009 ein neues Kernenergiegesetz in Kraft. Es schafft die Voraussetzungen, um Planung, Bau und Betrieb eines vierten Kernkraftwerks mit einer voraussichtlichen Leistung von 1200 Megawatt voranzutreiben. Das Gesetz ermöglicht zudem alle notwendigen Schritte einzuleiten, um die Laufzeit des Kernkraftwerks Embalse, das seit 1983 in Betrieb steht, um 30 Jahre zu verlängern. In Argentinien stehen zwei Anlagen in Betrieb und eines befindet sich im Bau.


Litauen: Aus für Kernkraftwerk Ignalina-2

Das letzte Kernkraftwerk Litauens, Ignalina-2, ist am 31. Dezember 2009 endgültig abgeschaltet worden. Die Abschaltung war politisch motiviert, da sich Litauen als Voraussetzung für den EU-Beitritt im Jahr 2004 zur Abschaltung von Ignalina-2 vor Ende 2009 verpflichtet hatte. Bereits Ende 2004 wurde der Reaktorblock Ignalina-1 aus gleichen Gründen abgeschaltet. Ignalina-2 befand sich seit August 1987 in kommerziellem Betrieb und deckte im Jahr 2008 73 Prozent des inländischen Strombedarfs. Um den Wegfall langfristig kompensieren zu können, planen die drei baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen gemeinsam den Neubau eines Kernkraftwerks in unmittelbarer Nähe von Ignalina.


Kernkraftwerk Mühleberg mit 100 Milliarden Kilowattstunden

Das Kernkraftwerk Mühleberg hat im Jahr 2009 mit brutto 3,092 Milliarden Kilowattstunden die höchste Stromproduktion seit der Inbetriebnahme erzielt und verzeichnete einen weiteren Meilenstein: Seit Anfang der 1970er-Jahre erzeugte das Kernkraftwerk insgesamt mehr als 100 Milliarden Kilowattstunden CO2-armen Strom. Mit der Stromproduktion in Mühleberg wurden im Vergleich zur Produktion mit einem modernen Gaskombikraftwerk mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht dem gesamten Treibhausgasausstoss aller privaten Wohngebäude der Schweiz während zwei Jahren.


Kernkraftwerk Gösgen: erhöhte Leistung

Das Kernkraftwerk Gösgen hat in den vergangenen Jahren zum Erhalt der hohen Verfügbarkeit sowie zur Optimierung des Wirkungsgrades verschiedene Komponenten ersetzt respektive optimiert. Die elektrische Nettoleistung beträgt seit dem 1. Januar 2010 neu 985 Megawatt (früher 970 Megawatt).

Kernpunkte Januar 2010 (PDF)


 



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