Textversion für blinde und sehbehinderte Personensitemap

Faktenblätter

Fakten und Hintergründe zu aktuellen Kernenergie-Themen

Reaktorsysteme der Zukunft
Während zurzeit die leistungsstarken und sehr sicheren Leichtwasserreaktoren der dritten Generation im Bau stehen, arbeiten Wissenschafter und Ingenieure weltweit an einer Vielzahl weiterer Reaktortypen. Dazu gehören kleine, modulare Reaktoren für die Welt von morgen wie auch die Reaktorsysteme der nächsten, vierten Generation für eine nachhaltige Energieversorgung von übermorgen.
Thorium als Kernbrennstoff
Seit einiger Zeit wird auf ­internationaler Ebene wieder über Thorium als Kernbrennstoff diskutiert. Obwohl in der Früh­zeit der Nukleartechnik zahlreiche Versuchsreaktoren mit Thorium gebaut wurden, setzte sich das Natururan als heute dominierender Kernbrennstoff durch. Gegenwärtig verfolgen vor allem Indien und China langfristig angelegte Reaktor-Entwicklungsprogramme zur Nutzung der enormen Energieressource, die im Thorium steckt. Die Zukunft wird zeigen, ob es gelingt, diese Ressource zur ­Deckung des Energiehungers der Menschheit einzusetzen.
Kernkraftwerke der dritten Generation
In den vergangenen Jahrzehnten ist die Entwicklung fortgeschrittener Reaktortypen weltweit vorangetrieben worden. Heute werden auf dem Markt Reaktorsysteme angeboten, die höchsten Sicherheitsansprüchen genügen und zu wettbewerbsfähigen Preisen die Versorgungssicherheit beim Strom auch in Zukunft ermöglichen. Diese Kernkraftwerke der sogenannten dritten Generation bilden die Grundlage für die Neubauten der kommenden Jahre und Jahrzehnte.
Finanzierung der nuklearen Entsorgung
Die Kosten für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle aus dem Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke sowie für deren späteren Rückbau bis zur grünen Wiese sind im Strompreis ab Werk inbegriffen. Die dafür nötigen Mittel von insgesamt rund 20,7 Milliarden Franken werden von den Betreibern laufend bezahlt oder in Fonds sichergestellt. Durch die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips sollen künftigen Generationen keine ungedeckten Kosten entstehen.
Stilllegung und Rückbau von Kernkraftwerken
Am Ende der Betriebsdauer wird ein Kernkraftwerk stillgelegt und danach Schritt um Schritt bis zur grünen Wiese abgebaut. Die finanziellen Mittel für diese Arbeiten zahlen die Betreiber der Schweizer Kernkraftwerke bereits während des Betriebs in einen Fonds ein. Bei Stilllegung und Rückbau fallen schwach- und mittelradioaktive Abfälle an, die sachgerecht entsorgt werden. Der weitaus grösste Teil des Abbruchmaterials ist jedoch nicht radioaktiv. Die Sicherheit wird von den Behörden überwacht und bleibt während des gesamten Rückbaus gewährleistet.
Erdbebensicherheit von Kernkraftwerken
Am 11. März 2011 hat ein grosser Tsunami den Nordosten Japans verwüstet. In den Fluten starben 20'000 Menschen. Überschwemmt wurde auch das Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi. In der Folge kam es zu erheblichen Freisetzungen radioaktiver Stoffe aus dieser Anlage. Auslöser des Tsunami war ein extrem schweres Erdbeben. Die Schweiz ist deutlich weniger erdbebengefährdet. Dennoch wurde beim Bau unserer Kernkraftwerke dieser Naturgefahr vorsorglich Rechnung getragen und der Schutz wird laufend weiter verbessert.
Robuster Strommix aus Kern- und Wasserkraft
Zuverlässig, umweltschonend und wirtschaftlich: Das sind die Anforderungen an die schweizerische Stromversorgung. Um sie zu erfüllen, ist der richtige Mix aus unterschiedlichen Kraftwerkstypen nötig. Die Kombination von erneuerbarer Wasserkraft und Kernenergie bildet seit Jahrzehnten das Rückgrat unserer Stromproduktion – bedarfsgerecht und klimafreundlich. Dieser Produktionsmix ist zukunftsweisend, denn Strom aus Wind und Sonne kann die Kernenergie nicht ersetzen.
Uran – Ressource mit Zukunft
Uran ist der Rohstoff für den Betrieb der Kernkraftwerke. Die heute bekannten uranhaltigen Erzlagerstätten sind über die ganze Erde verteilt, und die Ozeane enthalten riesige Mengen dieses Elements. Je nach Preis und eingesetzter Reaktortechnik reichen die Uranreserven noch sehr lange, auch bei einem Ausbau der Kernenergie. Das bedeutet eine hohe Versorgungssicherheit auch in der absehbaren Zukunft. Zudem hat der Uranpreis eine geringe Auswirkung auf den Strompreis, sodass die Stromproduktionskosten der Kernkraftwerke langfristig abschätzbar sind. Das gibt Sicherheit für die Stromkonsumentinnen und Stromkonsumenten in den Haushalten und der Wirtschaft.
Ökobilanz der Kernenergie: umweltschonend und effizient
In der öffentlichen Diskussion wird oft der Begriff «Ökostrom» verwendet. Verstanden wird darunter in der Regel Strom aus erneuerbaren und CO2-armen Quellen wie Wasserkraft, Wind oder Sonne. Ausgeklammert wird dabei die Kernenergie. Zu Unrecht, wie umfassende wissenschaftliche Untersuchungen zeigen. Ein genauer Blick auf die Energie- und Umweltbilanzen von modernen Stromerzeugungssystemen zeigt, dass die Kernenergie heute zu einer der effizientesten und umweltschonendsten Energiequellen überhaupt geworden ist – übertroffen nur noch von der Wasserkraft.
EPR: Erfahrung und Innovation
Nach einem Unterbruch von zehn Jahren wird in Westeuropa wieder ein neues Kernkraftwerk gebaut: Am 17. Februar 2005 hat die finnische Regierung die Baubewilligung für das 1600-Megawatt-Kernkraftwerk Olkiluoto-3 erteilt. In Olkiluoto wird der weltweit erste europäische Druckwasserreaktor vom Typ EPR errichtet. Er gehört zur sogenannten dritten Generation von Kernkraftwerken, die vom technischen Fortschritt der vergangenen Jahrzehnte profitiert und Erfahrung mit Innovation verbindet. Zudem zeichnet er sich durch die nachhaltigere Nutzung der Uran­ressourcen aus. Vor dem Hintergrund der Klimaproblematik bieten Kernkraftwerke der dritten Generation eine umweltschonende und wirtschaftliche Lösung zur Deckung des Strombedarfs der kommenden Jahrzehnte.
Kernenergiehaftung
Die Haftung im Bereich der Kernenergie ist in der Schweiz auf Bundesebene und in einem eigenen Gesetz, dem Kernenergiehaftpflichtgesetz, geregelt. Es handelt sich dabei um eine der weltweit fortschrittlichsten Gesetzgebungen, die der Bevölkerung im Ereignisfall grosszügige Entschädigungen gewährt. Dieses Gesetz ist kürzlich überarbeitet worden. Die Revision diente unter anderem dazu, die Schweizer Gesetzgebung mit den vor einigen Jahren überarbeiteten internationalen Haftungsübereinkommen zu harmonisieren.
Kernfusion – eine Energieoption für die Zukunft
Die Kernfusion ist die Energiequelle der Sonne und der Sterne. Gelingt es, die Fusionsenergie auch auf der Erde in kommerziellen Kraftwerken zu nutzen, steht der Menschheit eine praktisch unerschöpfliche und umweltfreundliche Energiequelle zur Verfügung. Um die damit verbundenen grossen technischen Herausforderungen zu bewältigen, haben Europa, China, Indien, Japan, Russland, Südkorea und die USA beschlossen, gemeinsam in Südfrankreich den Internationalen Thermonuklearen Experimentalreaktor (Iter) zu bauen. Mit dieser Grossanlage soll die wissenschaftliche und technische Machbarkeit eines Fusionskraftwerks gezeigt werden. Parallel dazu wird in Greifswald an der deutschen Ostseeküste ein alternatives technisches Konzept geprüft.


Newsletter abonnieren

Newsletter_abonnieren.jpg

Bestellung abschliessen

Ihr Warenkorb ist leer.

Fachtagung 2012

Container_Tagung.jpg
Dienstag, 31. Januar 2012
Congress Hotel Olten >

Newsticker E-Bulletin
Westinghouse gründet Tochterunternehmungen in Kanada

03.02.2012 >

Angebote für Fennovoima-Neubau

03.02.2012 >

Weiterer tschechischer AP1000-Partner für Westinghouse

03.02.2012 >

Weitere Artikel >