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Das Reaktorunglück von Fukushima-Daiichi

Stand 28. Dezember 2011:
Der japanische Premierminister Yoshihiko Noda hat am Freitag, 16. Dezember 2011 die havarierten Reaktoren von Fukushima-Daiichi als «kalt abgeschaltet» erklärt. Das bedeutet, dass die Temperatur des Kühlwassers weniger als 100 Grad Celsius beträgt und die Unterkritikalität gesichert ist.
Detaillierte Informationen im E-Bulletin. 

 

Die Massnahmen zur Bewältigung des Reaktorunfalls im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi gehen unvermindert weiter. Nach dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März 2011 waren die Kühlsysteme der Blöcke 1 - 3 und der Lagerbecken für ausgediente Brennelemente in den Blöcken 1 - 4 ausgefallen. Letztere konnten wieder hergestellt werden und die Kühlung der Reaktoren erfolgt über ein alternatives System, das pro Stunde zwischen 6 und 9 m3 Wasser in die Reaktoren pumpt. Die Temperaturen der Reaktordruckgefässe liegen zwischen knapp 28 °C (Block 1) und 58 °C (Block 3). In den Lagerbecken herrschen Temperaturen zwischen 11 °C (Block 1) und 19 °C (Block 4). Auf der ganzen Anlage befinden sich insgesamt noch rund 89'000 Tonnen stark kontaminiertes Wasser, davon knapp 10'000 Tonnen in der Wiederaufbereitungsanlage. Etwa 190'000 Tonnen Wasser wurden bisher dekontaminiert.

Ende Oktober 2011 wurde die Installation einer Abdeckung über Block 1 abgeschlossen. Die Abdeckung verringert die Abgabe radioaktiver Stoffe in die Umgebung. Die Strahlungswerte in der Anlage variieren zwischen 4 Mikrosievert pro Stunde am Zaun und rund 290 Mikrosievert pro Stunde im Innern der Anlage. Von insgesamt rund 18'800 Arbeitern hatten bis im November 2011 171 eine Dosis von über 100 Millisievert erhalten, bei sechs davon wurde der Notfall-Grenzwert von 250 Millisievert überschritten. Hintergrundinformationen zum Thema Strahlung finden Sie hier.

 

«Fukushima: The myth of safety, the reality of geosciences», von Johannis Nöggerath (Präsident der Schweizerischen Gesellschaft der Kernfachleute SGK), Robert J. Geller und Viacheslav K. Gusiakov, erschienen im «Bulletin of the Atomic Scientists».

 

Am 7. Juni 2011 hat die japanische Regierung eine erste, noch unvollständige Analyse der Ereignisse im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi veröffentlicht. Eine Zusammenfassung dieses Berichts finden Sie in unserem Dossier.

 

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) hat die Ereignisse in Fukushima-Daiichi ebenfalls analysiert. Den Bericht dazu und weitere Dokumente finden Sie auf der Ensi-Website.

 

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