10.10.2014

Abkommen zu amerikanisch-vietnamesischem Nuklearhandel in Kraft

Das bilaterale Abkommen zur Zusammenarbeit im Bereich der friedlichen Nutzung der Kernenergie zwischen den USA und Vietnam ist am 3. Oktober 2014 in Kraft getreten.

Das amerikanisch-vietnamesische Abkommen zur Zusammenarbeit im Bereich der friedlichen Nutzung der Kernenergie regelt den kommerziellen Handel von Nukleargütern, die gemeinsame Kernenergieforschung und den Technologieaustausch zwischen den beiden Ländern im Rahmen der Nonproliferationsabkommen unter Aufsicht der Internationalen Atomenergie-Organisation. Präsident Barack Obama unterbreitete das bilaterale Abkommen dem Kongress am 8. Mai 2014, der 90 Tage Zeit hatte, es zu prüfen. Das Abkommen ist am 3. Oktober 2014 in Kraft getreten.

NEI erfreut

Richard Myers vom amerikanischen Nuclear Energy Institute (NEI) schätzt den Wert des Kernenergiemarkts Vietnams auf bis zu USD 20 Mrd. (CHF 19 Mrd.). Laut dem amerikanischen Department of Commerce, könnten damit 50’000 hoch bezahlte Arbeitsplätze in den USA geschaffen und den USA Präsenz und Einfluss in einer Schlüsselbranche in Vietnam ermöglicht werden.

In Erwartung des Inkrafttretens dieses Abkommens hatte die in den USA ansässige Lightbridge Corporation Ende August 2014 mit der Vietnam Agency for Radiation and Nuclear Safety (Varans) eine Absichtserklärung zur Unterstützung des vietnamesischen Nuklearsicherheitsprogramms unterzeichnet. Das sei ein Paradebeispiel für die Vorteile, die sich sowohl für die amerikanische Nuklearindustrie im Speziellen wie auch für die Kernenergiesicherheit im Allgemeinen aus dieser Vereinbarung ergäben, erklärte Myers.

Vietnam plant den Bau von insgesamt acht Kernkraftwerkseinheiten bis 2030, um seine rapid wachsende Wirtschaftsentwicklung zu unterstützen. Es unterzeichnete mit Russland bereits eine Vereinbarung zum Bau der ersten beiden Einheiten und eine weitere für ebenfalls zwei Einheiten mit Japan. Das bilaterale Abkommen werde es den amerikanischen Lieferanten ermöglichen, wirksam mit russischen und japanischen Unternehmen zu konkurrieren, die sich bereits auf dem vietnamesischen Markt positioniert haben, so Myers.

Quelle: 
M.A. nach NEI, Medienmitteilung, 3. Oktober, und US Department of State, Medienmitteilung, 8. Mai 2014