14.01.2016

Cern baut Vernetzung mit Nahem Osten aus

Das Europäische Kernforschungszentrum Cern hat im Dezember 2015 internationale Zusammenarbeitsvereinbarungen mit Vertretern aus Libanon und Palästina unterzeichnet und baut damit seine Beziehungen in der Region weiter aus.

Das Cern und der libanesische National Council for Scientific Research (CNRSL) unterzeichneten am 3. Dezember 2015 an der Lebanon University in Beirut ein internationales Kooperationsabkommen. Die Partner ebnen damit den Weg für künftige Kooperationen mit libanesischen Universitäten. Nach Angaben des Cern sind libanesische Forscher interessiert, am Schwerionen-Programm sowie an Optimierungsarbeiten am CMS-Experiment teilzunehmen.

Eine weitere Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnete das Cern am 18. Dezember 2015 mit Palästina. Die Vereinbarung erlaubt es dem Forschungszentrum, mit palästinensischen Universitäten enger in Kontakt zu treten. Es ermöglicht zudem palästinensischen Forschern am Atlas-Experiment teilzunehmen. Die Zusammenarbeit mit Palästina hatte sich laut Cern bisher auf die Teilnahme einzelner Personen an Cern-Programmen beschränkt.

Verbindungen mit dem Nahen Osten

Das Cern ist bereits mit anderen Ländern im Nahen Osten vernetzt. «Die zwei Unterzeichnungen ergänzen bestehende Vereinbarungen mit Iran, Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten», erklärte der für die Region zuständige Patrick Fassnacht vom Cern. Das Forschungszentrum unterhalte zudem gute Kontakte zu Oman und Katar. Israel ist seit 2014 Cern-Mitglied.

Beteiligung an Sesame

Das Cern nimmt zudem in der ersten zwischenstaatlichen Forschungsorganisation der Region – Sesame – eine wichtige Rolle ein. Bei Sesame (Synchrotron-light for Experimental Science and Applications in the Middle East) handelt es sich um eine Synchrotron-Lichtquelle der dritten Generation. Die Anlage wird in Allan, 30 km nordwestlich von Amman gebaut und soll 2016 den Betrieb aufnehmen. Das Cern koordiniert die Produktion einzelner Anlagenkomponenten.

Quelle: 
M.B. nach Cern, Medienmitteilung, 7. Januar 2015