28.10.2014

Darlehen für Weiterbetrieb des HFR Petten

Die niederländische Regierung gewährt der Nuclear Research and Consultancy Group BV (NRG) und ihrer Muttergesellschaft Energy Research Centre of the Netherlands (ECN) einen Überbrückungskredit. Damit können diese am High Flux Reactor (HFR) Nachrüstungen durchführen, um den Forschungsreaktors zehn weitere Jahre zu betreiben.

Am NRG-Standort Petten ist seit 1960 der HFR in Betrieb. Er deckt derzeit einen Grossteil der europäischen Nachfrage nach medizinischen Radioisotopen für die Diagnose und Behandlung verschiedener Krankheiten, nähert sich jedoch dem Ende seiner wirtschaftlichen Lebensdauer. Um ihn weiterbetreiben zu können, bis der neue Mehrzweck-Hochflussreaktor Pallas den Betrieb aufnimmt, was gegen 2024 geplant ist, sind laut einer ECN-Studie erhebliche Investitionen nötig.

Die beiden Unternehmen können diese Mittel nicht selber aufbringen, da sie im vergangenen Jahr einen bedeutenden Verlust als Folge des ungeplanten Produktionsunterbruchs des HFR zu verkraften hatten. Sie wandten sich deshalb im November 2013 mit einem Finanzierungsgesuch ans Wirtschaftsministerium.

Henk Kamp, der Wirtschaftsminister der Niederlande, gab jetzt bekannt, die Regierung habe der ECN und ihrer Tochtergesellschaft NRG ein Überbrückungsdarlehen von höchstens EUR 82 Mio. (CHF 100 Mio.) zugesagt. Es sei wichtig, dass der Forschungsreaktor in Petten in Betrieb bleibe, um die Produktion medizinischer Isotope zu gewährleisten. Auch sei das Unternehmen für die niederländische Wirtschaft von Bedeutung.

Quelle: 
M.A. nach NRG, Medienmitteilungen, 15. Mai und 17. Oktober, sowie ECN, Medienmitteilung, 18. Oktober 2014