27.05.2006

David King fordert 30% Atomstrom für Grossbritannien

«Die Kernenergie ist in meinen Augen einer der Hebel um unsere Abhängigkeit von fossilen Energien aufzubrechen. Es handelt sich allerdings um einen grossen Hebel, liefert die Kernenergie doch heute 19% des Stroms in unserem Netz. Früher waren es gar 30%, und einer der Gründe, weshalb wir in unserem Land einen leichten Zuwachs der Kohlendioxidemissionen feststellen, ist der Rückgang der Kernenergie.» Dies sagte Sir David King, wissenschaftlicher Chefberater der britischen Regierung, in der Radiosendung «BBC Sunday AM» vom 28. Mai 2006.

Am Gespräch unter der Leitung des BBC-Journalisten Andrew Marr nahmen auch Sir David Attenborough, Autor einer neuen BBC-Serie über die globale Erwärmung mit dem Titel «Climate Chaos», und Jonathon Porritt, Umweltschützer und Vorsitzender der Sustainable Development Commission, teil. Über die Bedrohung, die der Klimawandel für Mensch und Umwelt darstellt, stimmten die Gesprächspartner völlig überein und auch darüber, dass die Regierungen die Energie- und Umweltpolitik noch viel stärker auf die Lösung dieses Problems ausrichten sollten. King drückte es so aus: «Was wir brauchen, ist eine völlige Änderung der Art, wie wir Energie erzeugen und verbrauchen. Wir müssen uns zu kohlenstofffreien Energiequellen hinwenden. Wir müssen uns auf einen effizienteren Energieeinsatz hin beweg en.»
Wie Patrick Moore und James Lovelock misst King der Kernenergie bei der Lösung dieser Aufgabe eine Schlüsselrolle zu und hat sich stets klar in diesem Sinn geäussert. So bestätigte er auch im BBC-Gespräch seine Meinung, die Kernenergie sollte in Grossbritannien 30% des Strombedarfs bereitstellen, um die Grundlast zu decken. Zudem sei der Anteil der Erneuerbaren zu fördern. King erwartet keine Entscheide vor Juli 2006, das heisst vor der Publikation des neuen Energieberichts der Regierung. Doch er rechnet mit einer Überprüfung der Kernenergiepolitik. Die Regierung werde neue Kernkraftwerke zwar nicht finanzieren. Aber er hoffe, dass sie die Wirtschaft für die Finanzierung solcher Projekte interessieren könne.

Quelle: 
P. B. nach The BBC, News, 28. Mai 2006