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17.09.2012

Deutscher Energiewende-Index: Pessimismus bleibt

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft gegenüber der Energiewende hat sich laut Deutschem Energiewende-Index (DEX) im dritten Quartal leicht um zwei Punkte auf einen eher positiven Wert von 102,8 verbessert. Die Werte stiegen vor allem bei Investoren, Herstellern und Zulieferern sowie Energieversorgungsunternehmen. Bei Netzbetreibern und in der Vergleichsgruppe von Politik und Verbänden dagegen hat sich die Stimmungslage verschlechtert. Dies zeigt die neueste Befragung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) und der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young GmbH auf.

Im Vergleich zum Vorquartal sieht die Mehrheit der befragten Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf den Wirtschaftsstandort Deutschland, die eigenen Produktionskosten und die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Produkte weniger kritisch, aber weiterhin deutlich negativ. Ihre zukünftige Wettbewerbsposition beurteilte die Industrie hingegen deutlich positiver als noch vor drei Monaten.

Unternehmen: anhaltende Sorge um Versorgungssicherheit

Die Versorgungssicherheit bleibt ein aktuelles Thema. Während sie im dritten Quartal noch positiv bewertet wurde, fürchten viele Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten nach wie vor eine Verschlechterung. Auffällig ist die Einschätzung der Netzbetreiber: Deutlich stärker als noch vor drei Monaten äusserten sie Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Versorgungssicherheit (verschlechtert um 11,3 Punkte auf 54,7).

Energieeffizienz als Wettbewerbsvorteil

90% der Befragten waren der Meinung, dass die Verbesserung der Energieeffizienz entscheidend für das Gelingen der Energiewende ist (DEX: 172,1). Breite Zustimmung fand auch die Ansicht, dass Energieeffizienz ein Wettbewerbsvorteil für den Standort Deutschland darstellt. Investoren, Hersteller und Zulieferer sowie Energieverbraucher sehen in Energieeffizienz vor allem ein Instrument, das sich wirtschaftlich rechnet. Energieversorger und Netzbetreiber setzen stärker darauf, mit Energieeffizienz neue Geschäftsfelder zu erschliessen.

Die Auswirkungen der Energiewende auf die drei Kernziele Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit wurden wie früher widersprüchlich bewertet. Am besten war die Stimmungslage im Hinblick auf die Umweltziele (verbessert um 1,5 Punkte auf 127,1), eher negativ für die Versorgungssicherheit (plus 2,9 auf 98,8) und negativ für die Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung (plus 1,9 auf 82,6).

Der DEX basiert auf einer quartalsweisen Wirtschaftsumfrage. Herausgeber sind die Deutsche dena und die Ernst & Young. Die Skala reicht von 0 (sehr negativ) über 100 (neutral) bis 200 (sehr positiv). Im dritten Quartal 2012 nahmen 295 Unternehmen, Städte und Verbände an der Umfrage teil.

Quelle: 
M.A. nach Ernst & Young und dena, Medienmitteilung, 10. September 2012