26.05.2014

Deutscher Energiewende-Index: weitere Stimmungsverschlechterung

Die deutsche Energiewende verliert laut neuesten Ergebnissen des Deutschen Energiewende-Index (DEX) weiter an Rückhalt. Im ersten Quartal 2014 erreichte der DEX einen Tiefststand von 90,0 Punkten auf der Skala von 0 (sehr negativ) bis 200 (sehr positiv).

Gegenüber dem 4. Quartal 2013 ging der DEX um weitere 2,7 Punkte zurück und verschlechterte sich auf 90,0 Punkten, dem tiefsten Wert seit Umfragebeginn im Mai 2012. Der Rückhalt für die Energiewende in der Wirtschaft geht laut Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young GmbH (EY) – seit 2014 alleiniger Herausgeber des Index – zunehmend verloren.

Den gravierendsten Stimmungseinbruch zum Vorquartal verzeichneten gemäss Auswertung der EY die Hersteller und Zulieferer für die Energiewende. Bei dieser Gruppe sank der DEX um mehr als fünf Punkte von 104,5 auf 99,4. Eine wesentliche Ursache hierfür dürfte in der angekündigten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) liegen, erklärte die EY. Die sich jetzt abzeichnende Reform würde sic die Rahmenbedingungen für viele neue Technologien und damit für Investitionen in diesen Bereichen verschlechtern, was sich negativ auf die Stimmung der betroffenen Hersteller- und Zulieferindustrien auswirke. Weitere Gründe seien die bestehenden Unsicherheiten bezüglich des Umfangs der Befreiung der energieintensiven Industrie von der Zahlung der EEG-Umlage sowie der verlangsamte Ausbau der Übertragungsnetze nach Süddeutschland.

Im Vergleich zum Vorquartal habe sich der DEX auch bei allen anderen Gruppen zum Teil deutlich eingetrübt. So habe der Rückhalt für die Energiewende bei den Energieverbrauchern (81,9 gegenüber 86,2 im Vorquartal), den Netzbetreibern (84,2 gegenüber 87,5) und den Energieversorgungsunternehmen (87,5 gegenüber 89,7) weiter abgenommen. Leicht zugenommen habe die nach wie vor positive Sichtweise von Politikern und Verbänden (119,1; +2,5 Punkte), die jedoch nur zu Vergleichszwecken befragt werden und deren Meinung nicht in die Berechnung des Gesamtindex einfliesst.

Rückgang bei geplanten Investitionen

Erstmals seit den Erhebungen zum DEX ist die Frage nach den Investitionen in Massnahmen zur Umsetzung der Energiewende in den kommenden zwölf Monaten mit einem Wert von 97,2 in den negativen Bereich abgerutscht. Demnach gingen die Unternehmen davon aus, dass sie in den kommenden zwölf Monaten weniger investieren, als sie dies aktuell tun – was darauf hindeute, dass sich die Umsetzung der Energiewende weiter verlangsame, folgerte die EY.

Der DEX basiert auf einer Umfrage unter rund 2000 Akteuren und Betroffenen der Energiewende in Deutschland aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. An der aktuellen Ausgabe nahmen rund 300 Befragte teil.

Quelle: 
M.A. nach EY, Deutscher Energiewende-Index, 1. Quartal 2014