17.12.2012

Deutschland: dena beziffert Kosten für Netzausbau

Die Stromverteilnetze in Deutschland müssen bis 2030 in einer Grössenordnung von 135’000–193’000 km ausgebaut und auf einer Länge von 21’000 bis zu 25’000 km umgebaut werden. Das kostet zwischen EUR 27,5 Mrd. und EUR 42,5 Mrd. (CHF 33,2 und 51,3 Mrd.), wie aus einer Studie hervorgeht, welche die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) am 11. Dezember 2012 in Berlin vorgestellt hat.

Die dena hat in ihrer Studie «Ausbau- und Innovationsbedarf in den Stromverteilnetzen in Deutschland bis 2030» Umfang und Investitionsbedarf des deutschen Netzausbaus bis 2030 auf Nieder-, Mittel- und Hochspannungsebene beziffert.

Der Ausbau- und Investitionsbedarf ist gemäss dena abhängig davon, wie hoch der Anteil der regenerativen Stromerzeugung im Jahr 2030 ist. Die dena erinnert daran, dass die Verteilnetze in Deutschland dazu ausgelegt wurden, Strom zu den Endverbrauchern zu leiten. Doch im Zuge des Ausbaus der erneuerbaren Energien und der dezentralen Stromerzeugung müssten die Stromverteilnetze jetzt schon grosse Strommengen aus Solar- und Windkraftanlagen aufnehmen. Dies werde sich in den nächsten Jahren noch verstärken und dazu führen, dass die bisherige Kapazität der Verteilnetze nicht mehr ausreicht, um regional überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien abzutransportieren, so die dena weiter.

Deutlicher Ausbau nötig

«Die deutschen Verteilnetze müssen deutlich ausgebaut und modernisiert werden», betonte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. «Nur wenn wir die Netzinfrastruktur entsprechend erweitern, werden wir den Strom aus den dezentralen regenerativen Erzeugungsanlagen auch tatsächlich verteilen und verbrauchen können. Der Ausbau der Erneuerbaren muss dringend mit dem Ausbau der Infrastruktur synchronisiert werden.» Laut den beiden Ausbauszenarien der dena-Studie müssten die Stromverteilnetze bis 2030 in einer Grössenordnung von 135’000–193’000 km ausgebaut und auf einer Länge von 21’000-25’000 km umgebaut werden. Dies dürfte Investitionen zwischen EUR 27,5 und EUR 42,5 Mrd. (CHF 33,2 und 51,3 Mrd.) erfordern. 

Bezogen auf die bestehende Netzinfrastruktur sei der Ausbaubedarf auf der Mittel- und Hochspannungsebene am grössten: Auf der Hochspannungsebene müssten bis zu 19% und auf der Mittelspannungsebene bis zu 24% neu gebaut werden. Das liege daran, dass auf der Mittel- und Hochspannungsebene nicht nur Anlagen aus erneuerbarer Produktion Strom einspeisten, sondern auch regenerativ erzeugter Strom übertragen werden müsse, der auf den untergelagerten Ebenen nicht verbraucht werden könne. Auf der Hochspannungsebene seien die Kosten am höchsten, da die Betriebstechnik zur Stromübertragung hier deutlich kostenintensiver sei als auf den unteren Spannungsebenen und darüber hinaus bestehende Trassen umgerüstet werden müssten.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass unter den bestehenden regulatorischen Bedingungen Verteilnetzbetreiber, deren Netz einen hohen Ausbaubedarf aufweist, keine ausreichenden Renditen erwirtschaften können. Das heisst demnach, dass es derzeit keine ausreichenden Anreize zur Finanzierung des notwendigen Netzausbaus gebe, so die dena.

Quelle: 
M.A. nach dena, Medienmitteilung, 11. Dezember, und Zusammenfassung der Studie «Ausbau- und Innovationsbedarf in den Stromverteilnetzen in Deutschland bis 2030», 10. Dezember 2012