13.11.2015

Deutschland: Umfrage zur Entsorgung

Ein Endlager für hochaktive Abfälle sollte nach Meinung von 86% der Befragten in Deutschland im Jahr 2030 oder früher bereitstehen. 42% würden ein solches Endlager in ihrer Region befürworten, wenn dort die geologischen Voraussetzungen besonders gut geeignet wären, doch 56% würden es trotzdem ablehnen. Dies zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag des Deutschen Atomforums (DAtF) Ende September 2015.

Im Auftrag des DAtF führte das forsa eine repräsentative Befragung zum Thema «Endlagerung von radioaktiven Abfällen» durch. Im Rahmen der Untersuchung wurden die Antworten von insgesamt 1000 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählten Bürger ab 18 Jahren ausgewertet. Die Erhebung fand vom 25. bis 30. September 2015 mithilfe computergestützter Telefoninterviews statt. Der Fehlerbereich lag laut forsa bei ±3 Prozentpunkten.

Wann soll ein Endlager bereitstehen?

Im Jahr 2023 werden in Deutschland keine Kernkraftwerke mehr in Betrieb sein. Danach gefragt, bis wann ihrer Meinung nach spätestens ein Endlager für die in Deutschland entstandenen hochaktiven Abfälle bereit stehen sollte, meinten 46%, dies sollte bis zum Jahr 2030 der Fall sein. Nur jeweils Minderheiten vertraten die Ansicht, dass spätestens bis zu den Jahren 2040 (5%), 2050 (3%), 2075 (1%) oder 2100 (2%) ein Endlager für die in Deutschland entstandenen hochaktiven Abfälle einsatzbereit sein sollte. 40% der Befragten gaben spontan an, dass ein Endlager schon früher als 2030 bereitstehen sollte.

Endlager in der eigenen Region?

42% aller Befragten würden nach eigenen Angaben ein Endlager in ihrer Region befürworten, wenn dort die geologischen Voraussetzungen für ein sicheres Endlager für hochradioaktive Abfälle besonders gut geeignet wären, während 56% ein Endlager in ihrer Region trotzdem ablehnen würden. Die deutlichsten Unterschiede zeigten sich in dieser Frage zwischen Männern (55% dafür sowie 43% dagegen) und Frauen (29% dafür sowie 69% dagegen).

Wer soll darüber befinden?

In der Frage, wer bei der Entscheidung für einen bestimmten Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle politisch das letzte Wort haben sollte, zeigte sich kein einheitliches Bild. 28% fanden, dass der Deutsche Bundestag diese Frage entscheiden sollte. Ebenfalls 28% meinten, dass die Bürger der betroffenen Region per Volksentscheid darüber befinden sollten. Weitere 22% waren der Ansicht, dass die Bürger in ganz Deutschland per Volksentscheid die letzte Entscheidung treffen sollten. Vergleichsweise wenige waren der Ansicht, dass der Landtag, das Parlament des Bundeslandes, wo der Standort liegen würde (7%), die Bürgerschaft im betroffenen Bundesland per Volksentscheid (7%) oder jede Stadt- und Gemeindevertretung der betroffenen Regionen (3%) die letzte Entscheidung über einen bestimmten Endlagerstandort treffen sollte.

Quelle: 
M.A. nach forsa, Ergebnisbericht zur Umfrage «Endlagerung von radioaktiven Abfällen, 2. Oktober 2015