09.11.2017

Die Dampferzeuger in Beznau und Gösgen haben keinen zu hohen Kohlenstoffgehalt

Die Dampferzeuger in den Kernkraftwerken Beznau und Gösgen weichen bezüglich des Kohlenstoffgehaltes nicht von den Auslegungsanforderungen ab. Dies hat die Überprüfung der Herstellungsdokumente ergeben. Die Strukturintegrität der einzelnen Bauteile der Dampferzeuger ist mit grosser Marge gewährleistet. 

Im Juni 2016 hatte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) von den Betreibern der Schweizer Kernkraftwerke verlangt, Informationen einzuholen und zu prüfen, ob Bauteile der französischen Schmiede Creusot Forge mit allfällig fehlerhafter Herstellungsdokumentation im Einsatz waren oder sind. Alle Werke konnten bestätigen, dass die Herstellungs- und Materialzeugnisse für alle verwendeten Schmiedeteile für die sicherheitsrelevanten Hauptkomponenten vollständig dokumentiert sind.

Parallel dazu, aber unabhängig von der Fälschungsthematik, gab es aus Frankreich Informationen über mögliche Materialprobleme bei den Dampferzeugen der Druckwasserreaktoren. In einer Reihe von Reaktoren wiesen die geschmiedeten Stahlteile der Dampferzeuger erhöhte Kohlenstoffanteile auf. Dies veranlasste das Ensi Ende 2016, die Dampferzeuger von den Kernkraftwerken mit Druckwasserreaktoren – Beznau und Gösgen – ebenfalls überprüfen zu lassen. Die Betreiber reichten die Unterlagen fristgerecht im Frühling 2017 ein. Das Ensi prüfte diese mit Unterstützung des Schweizerischen Vereins für technische Inspektionen (SVTI).

Keine unzulässigen Abweichungen

Laut Ensi hat die Überprüfung gezeigt, dass das Risiko stark erhöhter Kohlenstoffgehalte in den Komponenten der Dampferzeuger gering bis sehr gering ist. Einzig bei der Rohrplatte in einem Dampferzeuger im Kernkraftwerk Beznau wurde ein erhöhter Kohlenstoffgehalt gemessen. Dieser liegt aber noch unterhalb des Maximalwerts, der gemäss der American Society of Mechanical Engineers (ASME) zulässig ist. Das Kernkraftwerk Beznau legte zudem dar, dass die Strukturintegrität der Rohrplatten selbst bei einem allfällig erhöhten Kohlenstoffgehalt mit einer grossen Marge gewährleistet ist.

«Für alle Dampferzeuger-Schmiedeteile wurde die Übereinstimmung mit der Fertigungsspezifikation bestätigt», fasste Georg Schwarz, stellvertretender Direktor des Ensi und Leiter des Aufsichtsbereichs Kernkraftwerke, das Resultat der Überprüfung zusammen. «Aus Sicht des ENSI sind auf Basis dieser Erkenntnisse keine weiteren Massnahmen erforderlich.»

Quelle: 
M.A. nach Ensi, Medienmitteilung, 7. November 2017