10.10.2014

Ensi: Laufzeiten von 60 Jahren technisch möglich

Aus heutiger Sicht spricht rein technisch nichts dagegen, dass die Schweizer Kernkraftwerke 60 Jahre in Betrieb bleiben. Dies hält das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) fest.

Das Ensi ist der Ansicht, dass ein Schweizer Kernkraftwerk «rein technisch» 60 Jahre in Betrieb bleiben kann. Dies gelte auch für die Kernkraftwerkseinheiten Beznau-1 (seit 45 Jahren in Betrieb) und Beznau-2 (zwei Jahre jünger). Der Betrieb einer Anlage über 40 Jahre hinaus sei an strenge Auflagen gebunden, betonte das Ensi. Die Langzeitbetriebssicherheit müsse beim Erreichen von 50 Betriebsjahren erneut gründlich überprüft werden. Erfülle ein Kernkraftwerk die Vorgaben nicht mehr, werde es unabhängig vom Alter stillgelegt.

«Eine fixe Laufzeitbegrenzung wäre ein politischer Entscheid und müsste entsprechend vom Parlament beschlossen werden», erklärte Georg Schwarz, stellvertretender Ensi-Direktor und Leiter des Aufsichtsbereichs Kernkraftwerke. Das Ensi überprüfe alle zehn Jahre ob die Voraussetzungen für einen sicheren Betrieb für weitere zehn Jahre erfüllt seien. Darüber hinaus könne und wolle das Ensi keine Prognose machen: «Wir erteilen den Kernkraftwerken in der Schweiz keinen Blankocheck für Laufzeitverlängerungen», betonte er.

Urek-N-Vorschlag zur Betriebsdauer

Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (Urek-N) hatte Ende August beantragt, dass nach einer Betriebsdauer von 40 Jahren für den Weiterbetrieb eines Kernkraftwerkes ein Langzeitbetriebskonzept nötig ist. Damit soll die Betriebszeit gestützt auf eine gründliche Sicherheitsüberprüfung um jeweils zehn Jahre verlängert werden können. Der Vorschlag wird voraussichtlich in der Dezembersession im Rahmen der Debatte über die Änderung des Kernenergiegesetzes behandelt.

Quelle: 
M.A. nach Ensi, Medienmitteilung, 6. Oktober 2014