31.10.2014

Erkundung möglicher tschechischer Endlagerregionen erlaubt

Das tschechische Umweltministerium hat das Gesuch der Radioactive Waste Repository Authority (SURAO) genehmigt, in sieben potenziellen Endlagerregionen mit Standortabklärungen zu beginnen.

Die SURAO erklärte, sie werde die Vorbereitungsarbeiten für geologische Untersuchungen in all sieben Regionen beginnen, sobald der Entscheid des Umweltministeriums offiziell in Kraft tritt. Dies sei die erste Phase der Erkundung, die keine Auswirkungen auf die Umwelt habe. Die Arbeiten umfassen oberirdische und oberflächennahe Messungen, Gesteinssondierung, Datenerfassung sowie nicht invasive Gesteinsprobenahme in sieben Regionen. Es sind dies Certovka im Nordwesten des Landes sowie Brezovy potok, Cihadlo, Horka, Hradek, Kravi hora und Magdalena im Süden. Insgesamt vierzig Gemeinden sind am Verfahren beteiligt und erhalten während des Untersuchungszeitraums jährlich bis zu CZK 72 Mio. (CHF 3,1 Mio.).
 
Laut SURAO ist das Verfahren zur Auswahl eines Auftragnehmers bereits im Gang. Die Gemeinden würden in den Prozess eingebunden und seien berechtigt, «sich in Übereinstimmung mit der Gesetzgebung zu äussern und einzugreifen», erklärte Jirí Slovak, Geschäftsführer der SURAO. «Wir glauben, dass dieses Verfahren für alle Gemeinden vertretbar ist», fügte er bei.

Die SURAO legte dar, europäische und andere internationale Institutionen würden die geologische Tiefenlagerung als sicherstes Verfahren zur Entsorgung der aus den Kernkraftwerken stammenden radioaktiven Abfälle empfehlen. Nach tschechischem Recht ist die SURAO für die Untersuchung, Auswahl und Entwicklung von Endlagern in der Tschechischen Republik verantwortlich. Sie betreibt bereits vier Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle.

Die Gesamtkosten für Entwicklung und Bau eines Tiefenlagers liegen bei umgerechnet rund CHF 2,0 Mrd. in Preisen von 1999. Die Kosten umfassen im Wesentlichen die Untersuchungen an den verschiedenen potenziellen Standorten und die Erforschung der Gesteinsumgebung am endgültigen Standort. Die SURAO rechnet mit einer Bauzeit von 15 Jahren. Das Endlager könne 2065 in Betrieb gehen.

In der Tschechischen Republik sind sechs Kernkraftwerkseinheiten an zwei Standorten in Betrieb. Zwei WWER-1000-Einheiten befinden sich in Temelín und vier WWER-440-Einheiten des Typs V-213 in Dukovany.

Quelle: 
M.A. nach NucNet, 28. Oktober, SURAO, Medienmitteilung, 24. Oktober 2014