30.04.2012

EU-Stresstest: Empfehlungen der Ensreg auf europäischer Ebene

In der Zusammenfassung der EU-Stresstestergebnisse kommen die Expertenteams der European Nuclear Safety Regulators Group (Ensreg) zum Schluss, dass alle Teilnehmer «bedeutende Schritte zur Verbesserung der Sicherheit der Kernkraftwerke in ihren Ländern» getätigt haben.

Im «Peer review report – Stress tests performed on European nuclear power plants», den die Ensreg am 26. April 2012 veröffentlicht hat, finden sich vier Empfehlungen zur Sicherheit der Kernkraftwerke auf europäischer Ebene:
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  • Die Western European Nuclear Regulators' Association (Wenra) soll Richtlinien zur Beurteilung von Naturgefahren wie Erdbeben, Hochwasser und Extremwetter einschliesslich der Bewertung von Sicherheitsmargen und Cliff-Edge-Effekten – also sprunghaften Verschlechterungen des Anlagenzustandes durch geringe Änderungen von Anlagen- oder Einwirkungsparametern – für auslegungsüberschreitende Ereignisse ausarbeiten.
  • Die Ensreg soll die Bedeutung regelmässiger Sicherheitsüberprüfungen unterstreichen. Insbesondere soll sie die Wichtigkeit, dass die Naturgefahren und die Anlagenregelungen mindestens alle zehn Jahre überprüft werden, hervorheben.
  • Bereits anerkannte Massnahmen zum Schutz der Containment-Integrität sollen rasch umgesetzt werden.
  • Massnahmen zur Verhinderung von Unfällen durch Naturgefahren und zur Minderung der Unfallfolgen sollen umgesetzt werden.
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    «Diese Empfehlungen sind eine Chance, die Sicherheit der Kernkraftwerke in Europa weiter zu verbessern», erklärte Hans Wanner, Ensi-Direktor und Wenra-Präsident. Die Schweiz werde sich bei den weiteren Arbeiten aktiv engagieren. «Wir haben in der Schweiz bereits viele dieser Empfehlungen umgesetzt», hielt er fest. Mit den Periodischen Sicherheitsüberprüfungen (PSÜ) würden bereits heute alle Schweizer Kernkraftwerke alle zehn Jahre gründlich unter die Lupe genommen, mit dem Notfalllager Reitnau sei der Notfallschutz weiter verstärkt worden und im Pegasos-Refinement-Projekt würden die Erdbebendaten an den neuesten Stand von Wissenschaft und Technik herangeführt. Zudem sehe der Aktionsplan Fukushima weitere Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit – auch des Containments – vor.

    Quelle: 
    M.A. nach Ensi, Medienmitteilung, und Ensreg, «Peer review report – Stress tests performed on European nuclear power plants», 26. April 2012