18.07.2017

Französischer Umweltminister kündigt Abschaltung von bis zu 17 Einheiten an

Frankreichs neuer Umweltminister Nicolas Hulot hat in einem Interview am 10. Juli 2017 die Abschaltung von bis zu 17 Kernkraftwerkseinheiten angekündigt. Dies sei nötig, um den Kernenergieanteil am französischen Strommix – wie es das Energiewende-Gesetz verlangt – bis 2025 auf 50% zu verringern.

Als Gast beim französischen Radiosender RTL erklärte Hulot, es müssten voraussichtlich bis zu 17 Kernkraftwerksblöcke abgeschaltet werden. Das Gesetz «Energiewende für ein grünes Wachstum», das die Nationalversammlung im Juli 2015 angenommen hatte, verlangt unter anderem eine Verringerung des Kernenergieanteils am französischen Strommix von heute 75% auf 50% bis 2025. «Jeder kann verstehen, dass eine bestimmte Anzahl Reaktoren stillgelegt werden müssen, damit dieses Ziel erreicht werden kann», sagte Hulot. «Lassen Sie mich die Dinge planen; es werden vielleicht bis zu 17 Reaktoren sein, wir müssen schauen.»

Das Energiewende-Gesetz begrenzt als weiteres Ziel die installierte Leistung des Kernkraftwerksparks auf die heutigen 63,2 GW. Das bedeutet, dass mit der Inbetriebnahme des EPR Flamanville-3 zwei kleinere Einheiten vom Netz gehen müssten. Die Vorgängerregierung erliess ein Dekret zur Schliessung des Kernkraftwerks Fessenheim.

Derzeit sind 58 Einheiten in Frankreich in Betrieb, die alle von der Electricité de France (EDF) betrieben werden.

Nicolas Hulot, französischer Umweltminister: Um den Kernenergieanteil an der Stromproduktion bis 2025 auf 50% zu senken, könnten bis zu 17 Kernkraftwerkseinheiten abgeschaltet werden.
Quelle: RTL
Quelle: 
M.A. nach RTL matin, 10. Juli 2017