29.10.2012

Fukushima: Tepco gesteht Fehler ein

Die japanische Kernkraftwerksbetreiberin Tokyo Electric Power Company (Tepco) räumte am 12. Oktober 2012 in einer Stellungnahme ein, dass der Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi vom März 2011 hätte vermieden werden können. Der Konzern habe lange vor dem Unfall gewusst, dass Verbesserungen der Sicherheitsvorkehren notwendig waren. 

Die interne Tepco-Arbeitsgruppe, unter der Leitung des neuen Tepco-Präsidenten Naomi Hirose, gab in ihrer Stellungnahme zu Protokoll, dass die Tepco sich aus Angst vor politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Konsequenzen gegen eine Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen bei ihren Kernkraftwerken entschieden hatte. Weiter befürchtete sie eine Verstärkung der antinuklearen Bewegung sowie Störungen des Kernkraftwerksbetriebs. Zugleich räumte die Tepco erstmals eine vorsätzliche Verharmlosung der Naturgefahren ein – das Risiko sei bewusst heruntergespielt worden.

Die Tepco will nun mit erster Priorität eine neue Sicherheitskultur entwickeln, die auf dem Prinzip der Mehrfachbarrieren gegen externe Vorkommnisse beruht. Gleichzeitig werden die Empfehlungen der zahlreichen Berichte externer Expertengruppen umgesetzt. Bereits eine von der japanischen Regierung eingesetzte Untersuchungskommission hatte der Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi im März 2011 in ihrem Schlussbericht vom Juli 2012 als vermeidbar bezeichnet.

Quelle: 
D.S. nach Tepco, Berichterstattung «Nuclear Reform Special Task Force», 12. Oktober, und NucNet, 15. Oktober 2012