12.02.2014

Geplantes Tiefenlager in Frankreich: kein grundsätzliches Nein

Das Gremium, das die französische Commission nationale de débat public (CNDP) geschaffen hat, ist «a priori» nicht gegen das geplante Tiefenlager für radioaktive Abfälle Cigéo (Centre industriel de stockage géologique), sofern bestimmte Bedingungen erfüllt werden. 

Das im Rahmen einer Bürger-Konferenz zum Cigéo-Projekt geschaffene Gremium umfasst 17 Personen. Am 3. Februar 2014 kam es einstimmig überein, es sei «a priori nicht ablehnend gegenüber dem Cigéo eingestellt», sofern das Projekt Zeit dafür vorsehe, Versuche unter realen Bedingungen und in tatsächlicher Grösse durchzuführen, und die Versuche zufriedenstellende Ergebnisse lieferten. Beispielsweise seien die aus Sicht des Gremiums aufgeworfenen Fragen über Risiken und Rückholbarkeit zu beantworten. Das Gremium sei der Auffassung, dass der von der Agence nationale pour la gestion des déchets radioactifs (Andra) ausgearbeitete Bewilligungsplan ohne eine zusätzliche Versuchsphase im Massstab eins zu eins nicht realistisch wäre.

Die Vernehmlassung für das geplante Cigéo in Frankreich dauerte von Mai bis Dezember 2013. Obwohl die ursprünglich geplanten öffentlichen Versammlungen nicht stattfinden konnten, da laut Andra Gegner des Projekts jegliche Meinungsäusserung verhinderten, konnte die Debatte insbesondere über das Internet erfolgen. Der vom Gremium eingereichte Beitrag ergänze die zahlreichen lokalen und nationalen Stellungnahmen, erklärte die Andra. Sie werde bis Mitte Mai 2014 unter Berücksichtigung der Vernehmlassungseingaben über das weitere Vorgehen beim Projekt informieren.

Das Tiefenlager Cigéo soll rund 10’000 m3 hoch- und rund 70’000 m3 mittelaktive Abfälle mit langer Lebensdauer beherbergen und ihre Rückholbarkeit gewährleisten. Der vorgesehene Standort befindet sich im Osten Frankreichs bei Bure im Département Meuse und im angrenzenden Département Haute-Marne. Sofern genehmigt, könnten die Bauarbeiten 2019 beginnen und das Tiefenlager 2025 den Betrieb aufnehmen.

Quelle: 
M.A. nach Andra, Medienmitteilung, 3. Februar 2014