17.04.2015

Grundsteinlegung für Akkuyu

Am 14. April 2015 haben laut Anadolu – der offiziellen Nachrichtenagentur der Türkei – Vertreter aus Politik und Wirtschaft die Grundsteinlegung für das erste Kernkraftwerk in der Türkei gefeiert.

Taner Yildiz, türkischer Energieminister, und Sergei Kirienko, Generaldirektor des russischen Staatskonzerns Rosatom, sowie weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft reisten zur Grundsteinlegung nach Akkuyu in der südtürkischen Provinz Mersin an der Mittelmeerküste.

Am Standort Akkuyu wird mit russischer Unterstützung das erste Kernkraftwerk des Landes gebaut . Geplant sind vier WWER-1200-Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 4800 MW. Der eigentliche Bau von Akkuyu-1 ist auf Frühjahr 2016 angesetzt.

Die JCS Akkuyu NPP gab einen Tag vor der Grundsteinlegung bekannt, sie habe den Auftrag zur Entwicklung und zum Bau der schlüsselfertigen Hydraulikkonstruktion für Akkuyu an die türkische Cengiz insaat Sanayi ve Ticarat AS – einer Tochtergesellschaft der Cengiz Holding – vergeben. Das Unternehmen setzte sich in der Schlussrunde gegen drei Mitbewerber durch. Der Auftrag hat laut Anadolu einen Wert von rund USD 1 Mrd. (CHF 960 Mio.).

Weitere Baupläne

Die Türkei plant zwei weitere Kernkraftwerke. Präsident Recep Tayyip Erdogan genehmigte Anfang April 2015 ein zwischenstaatliches Abkommen zwischen der Türkei und Japan. Im Rahmen des Abkommens soll am Schwarzen Meer bei Sinop in der gleichnamigen Provinz rund 320 km nordöstlich von Ankara ein Kernkraftwerk mit vier fortgeschrittenen Druckwasserreaktoren des Typs Atmea1 entstehen. Ein drittes Kernkraftwerk an einem noch zu bestimmenden Standort soll die amerikanische Westinghouse Electric Company LLC gemeinsam mit der chinesischen State Nuclear Power Technology Corporation (SNPTC) bauen.

«Ohne Kernenergie kann sich ein Land nicht weiterentwickeln», erklärte Energieminister Taner Yildiz an der Grundsteinlegung für das Akkuyu-Projekt.
Quelle: Anadolu
Quelle: 
M.A. nach Anadolu, 8. und 14. April, Rosatom, Medienmitteilung, 15. April, sowie Akkuyu NPP, Medienmitteilung, 14. April 2015