13.08.2002

Indische Beteiligung an Beschleuniger-Energieprojekten

Indien will sich in den kommenden fünf Jahren mit USD 50 Mio. an der internationalen Entwicklung von Beschleuniger-Energieprojekten beteiligen und sich dabei auf die Beschleuniger- und Neutronenquellentechnologie konzentrieren.

Nach einer Evaluation von Forschungsvorschlägen des indischen Department of Atomic Energy wurde dieses Vorhaben ausgewählt. Shyam Sunder Kapoor vom Bhabha Atomic Research Centre wird das Projekt leiten.
Indien reiht sich damit in die Liste der Länder ein, die mit einem zweifachen Zweck an der Entwicklung von Kernenergieprojekten mit Beschleunigerantrieb arbeiten. In diesen Systemen dient der Beschleuniger zur Herstellung eines Neutronenstrahls, mit dem auf der einen Seite durch Transmutation langlebige in kurzlebige radioaktive Abfälle umgewandelt werden können. Auf der anderen Seite soll gemäss einer von Carlo Rubbia publizierten Idee (Bulletin 13/1997) mittels Neutronen aus einem Beschleuniger in einer subkritischen Anordnung Kernspaltung zur Energieerzeugung ausgelöst werden. Dabei würde zusätzlich Spaltmaterial erbrütet. Dies ebnet technisch den Weg zu innovativen Kernbrennstoffkreislauf-Optionen. Wie einer kürzlich erschienenen vergleichenden Übersicht der Kernenergieagentur NEA der OECD (Acceleratordriven Systems and Fast Reactors in Advanced Nuclear Fuel Cycles - A Comparative Study; NEA # 03109; ISBN 92-64-18482-1; 352 Seiten; 7. Mai 2002) zu entnehmen ist, fördern neben der Internationalen Atomenergie-Organisation, der NEA und der EU auch Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Russland, Schweden, die Schweiz (Megapie-Projekt am PSI), Spanien, Südkorea sowie die USA in enger internationaler Zusammenarbeit mit erheblichen Budget die Entwicklung solcher Systeme.

Quelle: 
P.B. nach NucNet, 14. August 2002, und Unterlagen der OECD-NEA