20.07.2017

IRRS-Folgemission in Polen abgeschlossen

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat in Polen die regulatorischen Vorgaben für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit überprüft. Sie bescheinigte den polnischen Behörden bedeutende Fortschritte bei der Umsetzung der Empfehlungen aus der letzten Überprüfung im Jahr 2013.

Während acht Tagen überprüfte ein Expertenteam der IAEO die Fortschritte der Kernenergie-Sicherheitsbehörde Panstwowa Agencja Atomistyki (PAA) bei der Umsetzung der Empfehlungen aus einer im Jahr 2013 durchgeführten «Integrated Regulatory Review Service Mission» (IRRS-Mission). Die Experten hielten fest, dass die PAA die Empfehlungen von 2013 zum grossen Teil erfüllt hat. Die PAA sei weiterhin daran, die Umsetzung des Rechtsrahmens für einen wirksamen Schutz der Gesundheit und Sicherheit voranzutreiben. Das IAEO-Expertenteam schlug bei ihrem diesjährigen Besuch drei Massnahmen zur Entwicklung zusätzlicher Richtlinien in bestimmten technischen Bereichen und Managementunterstützung vor.

Die IAEO wird den endgültigen Bericht zur IRRS-Folgemission in rund drei Monaten der polnischen Regierung übermitteln.

Die Regierung genehmigte 2014 ein Kernenergieprogramm, das den Bau von Kernkraftwerken mit einer elektrischen Gesamtleistung von 6000 MW bis 2035 vorsieht. Polen betreibt derzeit den Forschungsreaktor Maria. Der 30-MW-Schwimmbadreaktor wurde nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl von 1986 gründlich renoviert und 1992 wieder in Betrieb genommen. Nach Angaben von Sicherheitsexperten darf Maria bis 2020 in Betrieb bleiben. Der erste Forschungsreaktor Polens Ewa wurde 1995 abgeschaltet. Die radioaktiven Abfälle aus Medizin und Forschung werden in einer alten Militäranlage in Różan, 90 km nördlich von Warschau, zwischengelagert. Der Bau eines Tiefenlagers für schwach- und mittelaktive Abfälle ist seit längerem geplant.

Quelle: 
M.A. nach IAEO, Medienmitteilung, 23. Juni 2017