22.05.2015

Japan: aktive Bruchzonen unterhalb Shika vermutet

Eine Expertengruppe der japanischen Nuclear Regulation Authority (NRA) kommt zum Schluss, dass die Kernkraftwerkseinheiten Shika-1 und -2 in der Präfektur Ishikawa an der Westküste der Insel Honshu möglicherweise über einer aktiven Störungszone liegen.

Laut einer schriftlichen Stellungnahme einer Expertengruppe der NRA kann nicht abgestritten werden, dass die seismischen Verwerfungen, die unterhalb des Kernkraftwerks Shika verlaufen, aktiv sind. Die Betreiberin Hokuriku Electric Power Co. hatte im August 2014 bei der NRA einen Antrag zur Betriebsfreigabe für Shika-2 (ABWR, 1108 MW) eingereicht. Gemäss Japan Atomic Industrial Forum (Jaif) schob die NRA die Prüfung des Gesuchs bislang hinaus. Jetzt werde die NRA sich damit befassen und die Expertenstellungnahme mit einbeziehen. Sollte die NRA die Verwerfungen ebenfalls als aktiv anerkennen, so werde es für die Hokuriku Electric schwierig, Shika-2 wieder anzufahren, so das Jaif. Das Unternehmen hat für Shika-1 noch kein Wiederinbetriebnahmegesuch eingereicht. Eine der als aktiv vermuteten Verwerfungen verläuft direkt unterhalb des Reaktorgebäudes dieser Einheit. Dies könnte zur Stilllegung von Shika-1 führen, da die neuen Sicherheitsregelwerke das Vorhandensein von Reaktorgebäuden und anderen Schlüsseleinrichtungen oberhalb einer aktiven Störungszone verbieten.

Die Hokuriku Electric ist der Auffassung, dass zwei andere als aktiv vermuteten Verwerfungen nicht direkt unterhalb der beiden Turbinenhäuser von Shika-1 und -2, sondern quer unterhalb der für die Reaktorkühlung wichtigen Rohrleitungen verlaufen. Kommt die NRA zum selben Schluss, so könnte sie von der Hokuriku Electric verlangen, die Rohre neu zu verlegen oder andere Massnahmen umzusetzen.

Quelle: 
M.A. nach Jaif, Atoms in Japan, 18. Mai 2015