28.03.2012

Japan: nur noch eine Kernkraftwerkseinheit in Betrieb

Von den nach dem Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi noch verbliebenen 50 Kernkraftwerkseinheiten Japans liefert seit dem 26. März 2012 nur noch eine Strom. Mit Ausnahme der zwölf Blöcken an der Ostküste, die nach der Katastrophe auf Anweisung der japanischen Regierung auf unbestimmte Zeit vom Netz genommen wurden, sind die anderen nach und nach für periodische Wartungsarbeiten abgeschaltet worden.

Die Tokyo Electric Power Company (Tepco) stellte am 26. März 2012 ihre letzte noch in Betrieb stehende Einheit – Kashiwazaki-Kariwa-6 – für geplante Revisionsarbeiten ab. Somit ist jetzt nur noch Tomari-3 der Hokkaido Electric Power Company am Netz. Sie soll jedoch Anfang Mai für die periodische Wartung vom Netz genommen werden.

Alle Kernkraftwerkseinheiten Japans dürfen erst nach Bestehen eines Stresstests wieder den Betrieb aufnehmen. Die Nuclear and Industrial Safety Agency (Nisa) hat bereits 16 Stresstest-Berichte erhalten. Zwei davon hat sie genehmigt und auch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat die Ergebnisse geprüft. Es handelt sich um die Berichte der Kernkraftwerkseinheiten Ohi-3 und -4. Ob ein Kernkraftwerksblock wieder angefahren werden darf, entscheidet letztendlich der Gouverneur der Standortpräfektur. Er kann das Wiederanfahren verbieten, auch wenn die nationalen Behörden zuvor grünes Licht gegeben haben.

Reorganisation der Aufsichtsbehörde blockiert

Nach dem Reaktorunfall nahm sich die Regierung vor, eine neue, vom Ministry of Economy, Trade and Industry (Meti) unabhängige Atomaufsichtsbehörde zu schaffen, die dem Ministry of Environment zugehören sollte. In der neuen Behörde – der Nuclear Safety Agency – sollten auf April 2012 die kernenergiebezogenen Zweige der Nisa und die Nuclear Safety Commission (NSC) zusammengeführt werden. Laut Japan Atomic Industrial Forum (Jaif) sind die Verhandlungen zwischen der Regierungspartei und der Opposition in dieser Sache jedoch festgefahren.

Quelle: 
M.A. nach Jaif, Earthquake Report 384, 26. März 2012