15.09.2016

Japanischer Regionalgouverneur verlangt Ausserbetriebnahme von Sendai

Der Gouverneur der japanischen Präfektur Kagoshima im Süden Japans hat seine Forderung nach einer sofortigen vorübergehenden Einstellung der Stromerzeugung aus dem Kernkraftwerk Sendai wiederholt, nachdem die Betreiberin – die Kyushu Electric Power Company – eine erste Anfrage abgelehnt hatte.

Im Juli 2016 wurde Satoshi Mitazono zum Gouverneur der Präfektur Kagoshima gewählt. Während seines Wahlkampfs hatte er versprochen, dafür zu sorgen, dass die beiden Kernkraftwerkseinheiten Sendai-1 und -2 für erneute Sicherheitsprüfungen sofort abgeschaltet werden. Am 26. August verlangte Mitazono erstmals vom Kyushu-CEO Michiaki Uriu die Abschaltung von Sendai.

Am 5. September 2016 lehnte die Kyushu Mitazonos Forderung ab und erklärte, der Betrieb gehe weiter, bis die geplanten Jahresrevisionen von Oktober und Dezember 2016 begännen. Anlässlich dieser Revisionen würden zusätzliche Prüfungen durchgeführt und die lokalen Evakuierungspläne verbessert. Mitazono kritisierte die Weigerung der Kyushu und bezeichnete sie als «sehr bedauerlich». Er reichte am 7. September zum zweiten Mal die Forderung zur sofortigen vorübergehenden Abschaltung bei der Kyushu ein. Es sei seine Pflicht als Gouverneur, sich für die Sicherheit der Anwohner einzusetzen. Uriu liess verlauten, sein Unternehmen «werde die Angelegenheit ernst nehmen und dafür Sorge tragen, dass die Bedenken der Anwohner Kagoshimas gegenüber der Atomkraft weiter erleichtert werden».

Sendai -1 und -2 (PWR, je 846 MW) waren die ersten Einheiten, die nach dem Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi alle Stufen des verschärften japanischen Wiederinbetriebnahme-Verfahrens erfolgreich abgeschlossen hatten und wieder ans Netz gehen durften. Sie sind seit September und November 2015 wieder kommerziell in Betrieb.

Quelle: 
M.A. nach Jaif, Atoms in Japan, 12. September 2016