10.11.2011

Japanisches Kabinett will Kernenergienutzung einschränken

Das japanische Kabinett hat am 28. Oktober 2011 einem Weissbuch zur Energiezukunft zugestimmt. Demnach soll die gegenwärtige Energieversorgung von Grund auf überdacht und Japans Abhängigkeit von der Kernenergie mittel- bis langfristig «so weit als möglich» reduziert werden.

Auf der Grundlage einer Analyse der Versorgungs- und Nachfragesituation bei der Stromversorgung nach dem Erdbeben vom März 2011 lege das Weissbuch die Notwendigkeit landesweiter Massnahmen zur Sicherung der Stromversorgung dar, so das Japan Atomic Industrial Forum (Jaif) in einem zusammenfassenden Bericht. Denn auch das Versorgungssystem für Gas und Öl müsse unter die Lupe genommen werden. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Sicherheit und die Wiederinbetriebnahme der zahlreichen vorläufig abgestellten Kernkraftwerke.

Das Weissbuch streicht hervor, dass das Erdbeben am 11. März 2011 weltweit die Bedeutung einer stabilen Stromversorgung ins Zentrum gerückt hat. Nun soll die japanische Energieversorgung von Grund auf überdacht werden, dies im Lichte des landesweiten Vertrauensverlusts in die Sicherheit der Kernenergie und die Schwächen des heutigen, einseitigen Energiesystems. Die Abhängigkeit Japans von der Kernenergie solle mittel- und langfristig so weit als möglich eingeschränkt werden. Die neue Strategie werde voraussichtlich im Sommer 2012 veröffentlicht.

Quelle: 
D.S. nach Jaif, Atoms in Japan, 7. November 2011