30.06.2017

Kanadisches Entsorgungsprogramm: zwei Gemeinden weniger

Die Gemeinden Central Huron und White River gehören nicht mehr zu den potenziellen Standortgebieten für das geplante Endlager für ausgediente Brennelemente in Kanada. 

Für die Langzeit-Bewirtschaftung der ausgedienten Brennelemente verwendet die kanadische Nuclear Waste Management Organization (NWMO) ein anpassungsfähiges Vorgehen in mehreren Phasen, das sogenannte Adaptive Phased Management, das im Mai 2010 lanciert wurde.

Die Gemeinden Central Huron und White River hatten 2012 ihr Interesse am kanadischen Entsorgungsprogramm für ausgediente Brennelemente angemeldet. Sie nahmen an der ersten Phase der Voruntersuchungen teil. Dabei wurde ihnen ein «starkes Potenzial» attestiert, die geotechnischen und sicherheitstechnischen Standortkriterien zu erfüllen. Nach weiteren Studien kam die NWMO nun jedoch zum Schluss, dass Central Huron und White River nicht mehr als potenzielle Standortgebiete in Frage kommen. «Auf unserem Weg zu einem einzigen bevorzugten Standort müssen wir uns zunehmend auf diejenigen Regionen konzentrieren, die ein starkes Potenzial haben, die Sicherheitsanforderungen zu erfüllen und die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Interesse am Projekts aufweisen», erklärte Mahrez Ben Belfadhel, Vizepräsident des Standortauswahlverfahrens. Laut NWMO werden Central Huron und White River im Entsorgungsprogramm weiterhin eine Rolle spielen, da die Untersuchungen zur Standortauswahl in Nachbargemeinden weitergeführt werden.

Ursprünglich hatten 21 Gemeinden in den Provinzen Ontario oder Saskatchewan vorbereitende Abklärungen gewünscht. Von den elf für die zweite Phase ausgewählten Regionen verbleiben jetzt noch sieben: Blind River, Elliot Lake, Ignace, Hornepayne, Huron-Kinloss, Manitouwadge und South Bruce.

Die NWMO werde das Verfahren zur Eingrenzung der potenziellen Standorte weiterführen, bis ein bevorzugter sicherer und sozialverträglicher Standort verbleibt, wo eine detailliertere Standortcharakterisierung durchgeführt werden kann. Der bevorzugte Standort müsse eine geeignete Felsformation in einer informierten und bereitwilligen Gemeinde aufweisen, so die NWMO.

Quelle: 
M.A. nach NWMO, Medienmitteilung, 23. Juni 2017