03.12.2000

Nagra verfüllt Sondierbohrung Kaisten

Nachdem die Langzeituntersuchungen abgeschlossen sind, werden in Kaisten (AG) die Messinstrumente durch die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) aus dem Bohrloch gehoben. Anschliessend wird dieses mit Zement verfüllt.

Dies ist notwendig, um die verschiedenen Grundwasserstockwerke gegeneinander und gegen die Oberfläche abzudichten. Für die Arbeiten wird noch einmal der Bohrturm montiert. Nachher wird das Gelände rekultiviert und wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt.
Die Nagra erhob seit 1982 in der Nordschweiz wissenschaftliche Daten über das kristalline Grundgebirge aus Granit/Gneis und die darüber liegenden Sedimentgesteine. Die Untersuchungsziele wurden vollumfänglich erreicht und haben die Nagra bei der Abklärung von möglichen Standortregionen für die geologische Lagerung hochradioaktiver Abfälle einen grossen Schritt weitergebracht. 1997 wurde in Absprache mit den Bundesexperten die Region Mettauertal (AG) ausgewählt, wo bei Bedarf eine zweite Untersuchungsphase im kristallinen Grundgebirge aufgenommen werden könnte.
Die seismischen Voruntersuchungen des Sedimentgesteins Opalinuston erfolgten 1991/92. Die Resultate führten zur Auswahl des Zürcher Weinlands für weitere Untersuchungen. Dort wurden ab dem Jahr 1996 flächendeckende seismische Messungen über ca. 50 Quadratkilometer (1996/97) durchgeführt und die Sondierbohrung Benken (1998/99) abgeteuft.
Mit dem Einreichen der Berichte zum Entsorgungsnachweis für hochradioaktive Abfälle beim Bundesrat ist frühestens Ende des Jahres 2002 zu rechnen. Mit diesen Berichten will die Nagra darlegen, dass an einem geeigneten Standort in der Schweiz ein sicheres geologisches Lager für hochradioaktive Abfälle gebaut werden kann. Ein solches wird etwa um das Jahr 2040 benötigt.

Quelle: 
M.E. nach Mitteilung der Nagra vom 4. Dezember 2000