Pläne für Kernforschungszentrum in Bolivien

Mit russischer Unterstützung soll in der bolivianischen Stadt El Alto ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kerntechnik entstehen.

10. Nov. 2015
«Der Aufbau und die Umsetzung dieses Zentrums beschert unserem Land einen Quantensprung in den wissenschaftlichen und technologischen Fähigkeiten», erklärte Boliviens Präsident, Evo Morales, bei der Ankündigung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kerntechnik in El Alto.
«Der Aufbau und die Umsetzung dieses Zentrums beschert unserem Land einen Quantensprung in den wissenschaftlichen und technologischen Fähigkeiten», erklärte Boliviens Präsident, Evo Morales, bei der Ankündigung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kerntechnik in El Alto.
Quelle: Freddy Zarco

Im Anschluss an ein Treffen der Dachorganisation von Nachbarschaftsorganisationen Federación de Juntas Vecinales (Fejuve) von El Alto kündigte der bolivianische Präsident, Evo Morales, an einer Pressekonferenz an, für USD 300 Mio. (CHF 300 Mio.) ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kerntechnik in El Alto – der zweitgrössten, an die Hauptstadt La Paz angrenzende Stadt Boliviens – bauen zu lassen. Das geplante Zentrum soll mit russischer Unterstützung innert vier Jahren stehen. Daran beteiligen würden sich einige südamerikanische Staaten, so Argentinien. Laut Morales soll das neue Zentrum drei Hauptkomponenten umfassen: eine Zyklotron-Radiotherapie-Einheit, eine Mehrzweck-Gamma-Bestrahlungsanlage und einen Forschungsreaktor. Der Bau werde voraussichtlich im ersten Quartal 2016 beginnen, erklärte Morales. Er forderte die Behörden von El Alto auf, die Abtretung des dafür vorgesehenen Grundstückes zu beschleunigen.

Anfang Oktober 2015 hatten Bolivien und der russische Staatskonzern Rosatom eine Absichtserklärung zur engeren Zusammenarbeit bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie unterzeichnet. Darunter fällt die Kooperation bei der Verwendung medizinischer Radioisotope sowie Strahlentechnologien in der Industrie, Medizin und Landwirtschaft. Die Unterstützung Russland beim Aufbau und Entwicklung des geplanten Forschungszentrums gehört ebenfalls dazu. Bereits im Januar 2014 hatte Morales in einer Rede vor dem bolivianischen Kongress die Entwicklung der Kernenergie für friedliche Zwecke zur strategischen Priorität Boliviens erklärt.

Quelle

M.A. nach Pressestelle der bolivianischen Regierung, Medienmitteilung, 29. Oktober 2015

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