04.06.2014

Polen: Baubeginn des ersten Kernkraftwerks 2020

Die polnische PGE Polska Grupa Energetyczna SA rechnet mit dem Baubeginn des ersten Kernkraftwerks in Polen um 2020. Sie gibt dies in ihrer Unternehmensstrategie 2014–2020 vor. 

Die PGE will Anfang 2017 den definitiven Bauentscheid für das erste Kernkraftwerk Polens fällen. Bis dahin will sie ein Business- und Investitionsmodell erstellen, um die Profitabilität eines Kernkraftwerkbaus zu gewährleisten. Zur Vorbereitung ihres Kernenergieprogramms investiert die PGE 2014–2016 PLN 700 Mio. (rund CHF 200 Mio.). Gemäss der internationalen Kernenergie-Nachrichtenagentur NucNet mutmasst der Vorsitzende des polnischen Instituts für Energiestudien, Andrzej Sikora, dass die PGE den Investitionsentscheid gezielt verzögert. Die PGE will zuwarten, bis sowohl Polen wie auch die EU eine schlüssigere Wirtschaft- und Energiepolitik entwickelt haben. Die PGE führt jedoch die vorbereitenden Arbeiten im Hinblick auf die nötigen Studien für den Bau eines Kernkraftwerks weiter. So errichtete sie am Standort Zarnowiec eine meteorologische Messstation, um die atmosphärischen Bedingungen zur Erstellung eines Umweltberichtes messen zu können.

Polnische Baupläne

Am 4. Januar 2005 hatte der polnische Ministerrat entschieden, auf die Nutzung der Kernenergie zu setzen und bis 2022 mindestens einen Kernkraftwerksblock in Betrieb zu nehmen. Die PGE kündigte im Januar 2009 an, zwei Einheiten bauen zu wollen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens genehmigte im Februar 2012 den Bau dieser zwei Einheiten bis 2020 als Teil eines Strategieplans für den Zeitraum 2012–2035. Daraufhin erteilte die PGE einem Konsortium den Auftrag, Umwelt- und Standortstudien auszuarbeiten. Drei Standorte stehen zur Diskussion: Choczewo, Zarnowiec und Gaski.
 
Der polnische Ministerrat verabschiedete daraufhin im Januar 2014 ein Kernenergieprogramm, das die Inbetriebnahme der ersten Kernkraftwerkseinheit des Landes im Jahr 2024 vorsieht. Gemäss Zeitplan dieses Programms sollen die Standortwahl und das Angebotsverfahren bis Ende 2016 abgeschlossen sein. Das Genehmigungsverfahren würde bis Ende 2018 dauern.
 

Quelle: 
D.S. nach NucNet, 21. Mai 2014