11.12.1998

Projektstudie für multinationales Endlager in Australien

In den Medien wurde Mitte Dezember eine Projektstudie für ein multinationales Endlager für hochradioaktive Abfälle in Australien thematisiert.

Die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) ist an dieser Studie beteiligt und hat dazu folgende Erklärung abgegeben:
"Die Nagra wurde angefragt, ihr anerkannt hohes Know-how im Bereich der sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle in eine internationale Projektstudie für ein Lager von hochradioaktiven Abfällen einzubringen. An der Projektstudie Pangea (Name des Urkontinents, der vor 220 Mio. Jahren existierte und aus dem sich die heutigen Kontinente bildeten, Red.) nehmen Fachleute aus den USA, Kanada, Grossbritannien und der Schweiz teil. Die laufenden Projekte der Nagra werden durch die Teilnahme an dieser internationalen Studie in keiner Weise tangiert.
Nach ihrer Neuorganisation nutzt die Nagra ihr weltweit anerkanntes Know-how intensiver. Die Mitarbeit an Projekten von ausländischen Organisationen ermöglicht einen Wissenstransfer und fördert den Technologieaustausch zwischen den Partnern. Das Projekt Pangea hat zum Ziel, die Möglichkeit für ein multinationales Lager für hochradioaktive Abfälle auf hohem international anerkanntem Sicherheitsstandard zu prüfen. Die bisherigen Studien konzentrierten sich auf Australien. Die Nagra hat mit ihrem Fachwissen zu dieser Studie beigetragen und wäre bereit, weiterhin beratend mitzuwirken, sollte sich ein Projekt in Australien konkretisieren. Die laufenden Abklärungen der Nagra in der Schweiz werden durch diese Beratertätigkeit nicht berührt.
Die Nagra hat den Auftrag, den Entsorgungsnachweis für die hochradioaktiven Abfälle zu erarbeiten; die Berichte werden anfangs des nächsten Jahrzehnts dem Bundesrat übergeben. Die Realisierung eines Lagers für hochradioaktive Abfälle ist eine langfristige Aufgabe. Die Option der Beteiligung an einem multinationalen Lager im Ausland mit gleich hohen Sicherheitsanforderungen bleibt offen. Welcher Weg beschritten wird ist letztlich ein politischer Entscheid."

Quelle: 
Pressemitteilung der Nagra vom 12. Dezember 1998