30.10.2014

Russischer Core-Catcher für Akkuyu

Die russische Atomenergoproekt JSC hat türkischen Fachleuten eine neue verbesserte Version des Core-Catchers für das Kernkraftwerk Akkuyu vorgestellt, das den speziellen Verhältnisse in der Türkei Rechnung trägt.

Das geplante Kernkraftwerk in Akkuyu erhält von der JSC Atomenergoproekt eine neue verbesserte Version des Core-Catchers. Ein Core-Catcher dient dazu, schmelzendes Kernmaterial («Corium») bei einer Kernschmelze aufzufangen, um das Durchschmelzen des Kernmaterials durch das Containment zu verhindern.

Der verbesserte Core-Catcher der Atomenergoproekt ist laut Unternehmen an die geologischen Verhältnisse der türkischen Mittelmeerküste angepasst. Er verfüge über eine hohe Erdbebensicherheit, verbesserte Schutzvorrichtungen gegen äussere Gewalteinwirkungen und eine optimierte Technologieinstallation. «Der modifizierte Catcher verbessert die Kontrolle über die Anlage und dadurch die Sicherheit des Kraftwerks», erklärte Alexander Sidorow, Entwicklungsleiter bei der Atomenergoproekt. Das Catcher-Modul sei zudem 15% leichter als dasjenige, das in der Einheit Nowoworonesch-2 installiert worden ist, und könne 72 Stunden ohne Strom funktionieren. Die Installationszeit habe sich ausserdem um einen Monat verkürzt.

Am Standort Akkuyu plant die Türkei den Bau von vier WWER-1200-Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 4800 MW. Laut des Staatskonzerns Rosatom erfolgt der Bau von Akkuyu als BOO-Projekt (build-operate-own project). Der Lieferant entwickelt, baut, betreibt und wartet das Werk bis und mit Stilllegung. Laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Agency soll der Bau der ersten Einheit im Frühjahr 2016 offiziell beginnen. Das Bauverfahren soll beschleunigt werden, erklärte der türkische Energieminister Taner Yildiz nach einem Treffen mit dem Generaldirektor der Rosatom, Sergei Kirienko.

Quelle: 
M.A. nach Atomenergoproekt, Medienmitteilung, 6. Oktober, und Anadolu Agency, 2. Oktober 2014