19.04.2016

Schweiz: Stromverbrauch 2015 um 1,4% gestiegen

Im Jahr 2015 ist der Stromverbrauch in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 1,4% auf 58,2 Mrd. kWh gestiegen. Der Inlandverbrauch zuzüglich Übertragungs- und Verteilverluste lag bei 62,6 Mrd. kWh. Die Produktion der einheimischen Kraftwerke sank um 5,3% auf 66,0 Mrd. kWh und erreichte ein Niveau von 63,7 Mrd. kWh nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen von 2,3 Mrd. kWh. Der Atomstromanteil sank auf 33,5%, was vor allem auf ausserordentliche Stillstände der Kernkraftwerkseinheiten Beznau-1 und -2 sowie Leibstadt zurückzuführen ist.

Der schweizerische Elektrizitätsverbrauch stieg 2015 um 1,4% auf 58,2 Mrd. kWh (2014: 57,5 Mrd. kWh). Es handelt sich dabei um den Endverbrauch, das heisst um den Landesverbrauch nach Abzug der Übertragungs- und Verteilverluste von 4,4 Mrd. kWh). Verbrauchszunahmen wurden in allen Quartalen verzeichnet.

Als wichtige Einflussgrössen auf den Elektrizitätsverbrauch nennt das Bundesamt für Energie (BFE) in ihrer Medienmitteilung vom 19. April 2016 die Witterung sowie die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung. Gemäss BFE nahmen die Heizgradtage gegenüber dem Vorjahr um 10,5% zu. Da in der Schweiz gegen 10% des Stromverbrauchs für das Heizen verwendet werden, bewirkte diese Entwicklung einen Anstieg des Stromverbrauchs gegenüber dem Vorjahr, welches das wärmste Jahr seit Messbeginn 1864 war. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm 2015 laut den ersten provisorischen Ergebnissen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) um 0,9% zu. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat noch keine offiziellen Daten zur Entwicklung der Wohnbevölkerung im Jahr 2015 publiziert. Jedoch dürfte die schweizerische Bevölkerung gleich wie im Vorjahr um rund 0,9% angestiegen sein.

Mittlere inländische Elektrizitätsproduktion

Die Elektrizitätsproduktion des schweizerischen Kraftwerkparks sank 2015 um 5,3% auf 66,0 Mrd. kWh (2014: 69,6 Mrd. kWh). Die Stromproduktion der fünf schweizerischen Kernkraftwerke sank um 16,2% auf 22,1 Mrd. kWh (2014: 26,4 Mrd. kWh). Dies ist laut BFE vor allem auf ausserordentliche Stillstände der Kernkraftwerkseinheiten Beznau-1 und 2 sowie Leibstadt zurückzuführen. Die Verfügbarkeit des schweizerischen Kernkraftwerkparks erreichte 76,0% (2014: 90,9%). Die Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke produzierten 0,5% mehr Elektrizität als im Vorjahr. Im trockenen Sommer 2015 stieg die Produktion der Wasserkraftwerke um 1,2%, in den beiden Winterquartalen ergab sich hingegen eine Produktionsabnahme von 0,5%.

Am gesamten Elektrizitätsaufkommen waren die Wasserkraftwerke zu 59,9%, die Kernkraftwerke zu 33,5% sowie die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen zu 6,6% beteiligt.

Exportüberschuss im Jahre 2015

Bei Importen von 42,3 Mrd. kWh und Exporten von 43,3 Mrd. kWh ergab sich 2015 ein Exportüberschuss von 1,0 Mrd. kWh (2014: 5,5 Mrd. kWh). Im ersten und im vierten Quartal importierte die Schweiz per Saldo 3,3 Mrd. kWh (2014: 0,7 Mrd. kWh), im zweiten und dritten Quartal exportierte sie per Saldo 4,3 Mrd. kWh (2014: 6,2 Mrd. kWh).

Quelle: 
M.A. nach BFE, Medienmitteilung, 19. April 2016