24.04.2017

Schweiz: Stromverbrauch 2016 stabil und Importüberschuss

Im Jahr 2016 ist der Stromverbrauch in der Schweiz mit 58,24 Mrd. kWh praktisch auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (-0,01%) geblieben. Der Inlandverbrauch zuzüglich Übertragungs- und Verteilverluste lag bei 62,6 Mrd. kWh. Die Produktion der einheimischen Kraftwerke sank um 6,6% auf 61,6 Mrd. kWh und erreichte ein Niveau von 58,7 Mrd. kWh nach Abzug des Verbrauchs der Speicherpumpen von 2,9 Mrd. kWh. Der Stromimportüberschuss lag bei 3,9 Mrd. kWh. 

Der schweizerische Elektrizitätsverbrauch sank 2016 um 0,01% auf 58,239 Mrd. kWh (2015: 58,246 Mrd. kWh). Es handelt sich dabei um den Endverbrauch, das heisst um den Landesverbrauch nach Abzug der Übertragungs- und Verteilverluste von 4,4 Mrd. kWh). Verbrauchsabnahmen wurden im ersten und dritten Quartal verzeichnet, Verbrauchszunahmen im zweiten und vierten Quartal 2016.

Als wichtige Einflussgrössen auf den Elektrizitätsverbrauch nennt das Bundesamt für Energie (BFE) in ihrer Medienmitteilung vom 21. April 2017 die Witterung sowie die Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung. Gemäss BFE nahmen die Heizgradtage gegenüber dem Vorjahr um 6,7% zu. Da in der Schweiz gegen 10% des Stromverbrauchs für das Heizen verwendet werden, bewirkte diese Entwicklung einen leichten Anstieg des Stromverbrauchs gegenüber dem Vorjahr. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm 2016 laut den ersten provisorischen Ergebnissen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) um 1,3% zu. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat noch keine offiziellen Daten zur Entwicklung der Wohnbevölkerung im Jahr 2016 publiziert. Es geht von einem Anstieg der schweizerischen Bevölkerung von rund 1,1% aus. Obwohl diese Einflussgrössen verbrauchssteigernd wirkten, blieb der Stromverbrauch in der Schweiz stabil, da diese durch Effizienzsteigerungen kompensiert werden konnten, so das BFE.

Mittlere inländische Elektrizitätsproduktion

Die Elektrizitätsproduktion des schweizerischen Kraftwerkparks sank 2016 um 6,6% auf 61,6 Mrd. kWh (2015: 66,0 Mrd. kWh). Die Stromproduktion der fünf schweizerischen Kernkraftwerke sank um 8,4% auf 20,2 Mrd. kWh (2015: 22,1 Mrd. kWh). Dies ist laut BFE vor allem auf ausserordentliche Stillstände der Kernkraftwerkseinheiten Beznau-1 (ganzjährig) sowie Leibstadt (September bis Dezember) zurückzuführen – trotz des Produktionsrekords von Gösgen. Die Verfügbarkeit des schweizerischen Kernkraftwerkparks erreichte 69,4% (2015: 76,0%). Die Laufkraftwerke und Speicherkraftwerke produzierten 8,0% weniger Elektrizität als im Vorjahr. Im Sommer 2016 sank die Produktion der Wasserkraftwerke im Vergleich zum Vorjahr um 2,4%, in den beiden Winterquartalen um 15,4%.

Am gesamten Elektrizitätsaufkommen waren die Wasserkraftwerke zu 59,0%, die Kernkraftwerke zu 32,8% sowie die konventionell-thermischen und erneuerbaren Anlagen zu 8,2% beteiligt.

Importüberschuss im Jahre 2016

Bei Importen von 38,0 Mrd. kWh und Exporten von 34,1 Mrd. kWh ergab sich 2016 ein Importüberschuss von 3,9 Mrd. kWh (2015: Exportüberschuss von 1,0 Mrd. kWh). Im ersten und im vierten Quartal (Winterquartale) importierte die Schweiz per Saldo 8,2 Mrd. kWh (2015: 3,3 Mrd. kWh), im zweiten und dritten Quartal exportierte sie per Saldo wie im Vorjahr 4,3 Mrd. kWh.

Quelle: 
M.A. nach BFE, Medienmitteilung, 21. April 2017