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08.10.2012

Schweizer KKW reichen Ensi weitere Unterlagen gemäss Aktionsplan Fukushima 2012 ein

Die Betreiber der Schweizer Kernkraftwerke haben dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) bis Ende September 2012 fristgerecht zusätzliche Unterlagen zur Erdbebensicherheit eingereicht. Sie haben der Behörde zudem die verlangten Daten zur Anpassung der Referenzszenarien für den Notfallschutz vorgelegt.

Da bei einem auslegungsüberschreitenden Erdbeben Leckagen innerhalb des Primärcontainments nicht gänzlich auszuschliessen sind, mussten die Kernkraftwerke die seismische Robustheit der Isolation des Reaktor-Containments und des Primärkreislaufs neu überprüfen. Dieser ergänzende Nachweis zum bereits erbrachten Erdbebennachweis war bis zum 30. September 2012 beim Ensi einzureichen. Gemäss Ensi haben die Kernkraftwerke Beznau, Leibstadt und Mühleberg die entsprechenden Unterlagen fristgerecht vorgelegt. Dem Kernkraftwerk Gösgen wurde eine Fristerstreckung bis Ende 2012 eingeräumt.

Zusätzliche Überprüfungen verlangt

Im Hinblick auf die Verbesserung des Wasserstoffmanagements hat das Ensi am 10. Januar 2012 zusätzlich verfügt, dass die Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt die Erdbebenfestigkeit der Containment-Druckentlastungssysteme überprüfen mussten. Die entsprechenden Nachweise wurden fristgerecht eingereicht.

Das Kernkraftwerk Beznau musste zusätzlich überprüfen, ob kurzfristig realisierbare Massnahmen zur Verhinderung einer unzulässigen Füllstandsabsenkung durch Saughebewirkung in einer bestimmten Betriebssituation beim Brennelementlagerbecken ergriffen werden können. Auch diese Resultate wurden fristgerecht bei der Behörde eingereicht.

Unterlagen zu den Auswirkungen einer Verklausung von Flüssen

Zusätzlich zu den Anforderungen an die Hochwassernachweise verlangte das Ensi von den Kernkraftwerken Mühleberg und Gösgen eine Identifikation von verklausungsgefährdeten Engstellen in der Aare. Weiter mussten beide Werke die Auswirkungen einer Verklausung dieser Stellen auf die Überflutungssituation des Standorts berechnen. Die Betreiber der beiden Werke haben die Unterlagen vorgelegt. Das Kernkraftwerk Beznau war bereits zu einem früheren Zeitpunkt aufgefordert worden, die entsprechenden Informationen einzureichen. Das Kernkraftwerk Leibstadt ist auf Grund seiner Lage keiner Gefahr durch Hochwasser und Verklausung ausgesetzt. Es musste deshalb keine zusätzlichen Informationen einreichen, schreibt das Ensi.
 

Einreichung der Daten zur Anpassung der Referenzszenarien

Das Ensi hatte als Folge des Unfalls in Fukushima-Daiichi Prüfungsbedarf bei den sogenannten Referenzszenarien festgestellt, auf die sich Bund, Kantone und Gemeinden bei der Planung des Notfallschutzes stützen. Die Kernkraftwerksbetreiber haben, wie vom Ensi im Dezember 2011 angefordert, bis Ende September 2012 die überarbeiteten Referenzszenarien eingereicht. Die Überprüfung dieser Szenarien will das Ensi bis Ende 2012 abschliessen. Parallel dazu wird das Ensi zusammen mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und den betroffenen Kantonen das Zonenkonzept bis Mitte 2013 unter die Lupe nehmen. 

Quelle: 
M.B. nach Ensi, Medienmitteilung, 2. Oktober 2012