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21.08.2012

Strahlenschutz bei Schweizer Kernanlagen auch 2011 gewährleistet

Der Strahlenschutz im Innern und im Umfeld der Schweizer Kernanlagen war im vergangenen Jahr vollumfänglich gewährleistet. Die Mittelwerte lagen gemäss Strahlenschutzbericht 2011 des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) weit unter den festgelegten Grenzwerten.

Die Kollektivdosen und die mittleren Individualdosen des beruflich strahlenexponierten Personals von Kernanlagen haben sich gegenüber den letzten Jahren nicht wesentlich geändert, so der Strahlenschutzbericht 2011. Der Mittelwert der Individualdosen lag mit 0,6 mSv weit unterhalb des Grenzwerts von 20 mSv und der mittleren jährlichen Strahlendosis der Bevölkerung in der Schweiz von 5,5 mSv aus natürlichen und medizinischen Quellen.

Die höchste Individualdosis von 11 mSv hat eine bei einer externen Firma angestellte Person während Arbeiten im Kernkraftwerk Leibstadt akkumuliert. In den Kernkraftwerken Beznau, Gösgen, und Mühleberg lag der Maximalwert jeweils unter 10 mSv. Im Gegensatz zu den Jahren 2009 und 2010 blieben alle Strahlendosen unter den gesetzlich vorgegebenen Werten.

Tiefe Werte dank konsequentem Strahlenschutz

Für Georges Piller, Leiter des Fachbereichs Strahlenschutz beim Ensi, sind die vergleichsweise tiefen Kollektiv- und Individualdosen das Ergebnis erprobter Optimierungsmassnahmen. «In den schweizerischen Kernanlagen wird weiterhin ein sehr konsequenter Strahlenschutz betrieben», sagte Piller bei der Bekanntgabe der Jahresergebnisse. Ein besonderes Augenmerk müsse jedoch auf die teilweise ansteigenden Ortsdosisleistungen an einzelnen Komponenten des Primärsystems in den Kernkraftwerken Beznau und Leibstadt gelegt werden. Demgegenüber seien die entsprechenden Werte in Mühleberg konstant geblieben und in Gösgen zeigen sie seit Jahren eine sinkende Tendenz.

Auch die Emissionen und Immissionen der schweizerischen Kernanlagen sind gemäss Jahresbericht weiterhin mit den Vorjahren vergleichbar und führen bei der Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung der Kernanlagen jährlich zu Strahlendosen von weniger als 10 μSv. Im Zwischenlager der Zwilag AG wurden die in den letzten Jahren tendenziell zunehmenden radioaktiven Abgaben über das Wasser durch geeignete Filtrierung wieder reduziert. In Mühleberg sei dies noch nicht genügend gelungen und die Behandlung des Abwassers müsse weiter optimiert werden.

Zur Überwachung der Umweltradioaktivität in der Umgebung der Kernanlagen betreibt das Ensi seit vielen Jahren ein nach ISO-17025 akkreditiertes Messlabor und ein Messnetz zur automatischen Dosisleistungsüberwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke (Maduk). Die Werte sind online jederzeit einsehbar. Die Resultate dieser Überwachung fliessen auch in die Jahresberichte «Umweltradioaktivität und Strahlendosen in der Schweiz» des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ein. 

Quelle: 
M.A. nach Ensi, Medienmitteilung, 15. August 2012