07.01.2010

Unterzeichnung des internationalen Abkommens über die Europäische Freie-Elektronenlaser-Anlage XFEL

Am 30. November 2009 hat in Hamburg die Unterzeichnung des völkerrechtlichen Abkommens zum Bau und Betrieb der XFEL (Europäische Freie-Elektronen-Röntgenlaseranlage) stattgefunden.

Die Schweiz will sich sowohl finanziell als auch mit Komponenten und Anlagen am Bau der European XFEL beteiligen. Der Bundesrat wird den Eidgenössischen Räten eine entsprechende Botschaft in der ersten Hälfte 2010 unterbreiten. Unterdessen findet das Abkommen eine vorläufige Anwendung.

Mitglieder der European XFEL GmbH sind Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei und Ungarn. China plant seinen Beitritt innerhalb der nächsten Monate. Aufgrund von Finanzierungsproblemen hat sich Grossbritannien vom Projekt am 16. Dezember 2009 zurückgezogen.

Unterzeichnung des internationalen Abkommens zur European XFEL im Hamburger Rathaus am 30. November 2009: ganz links der Vertreter der Schweiz, Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung.
Quelle: Desy


Mit dem Bau der Anlage auf dem Gelände des Desy (Deutsches Elektronen-Synchrotron, ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft) in Hamburg wurde Anfang 2009 begonnen. Die Projektkosten belaufen sich – bezogen auf das Preisniveau von 2005 – auf rund EUR 1 Mrd. (CHF 1,5 Mrd.). Die Inbetriebnahme der Anlage ist für 2015 geplant, dies mit geschätzten Betriebskosten von rund EUR 80 Mio. pro Jahr.

Schweiz: PSI im Lead

Federführend bei der Entwicklung und der Herstellung des Schweizer Sachbeitrags ist das Paul Scherrer Institut (PSI), das damit die eigene Fachkompetenz einbringen, aber auch weiterentwickeln kann. Weiter soll der Bau der XFEL auch Industrieaufträge in der Schweiz auslösen, sei es über eine Zulieferung an das PSI, sei es über eine direkte Bestellung aus Hamburg.

Mit der European XFEL wird eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur aufgebaut. Sie wird äusserst kurze Lichtimpulse im Frequenzbereich der Röntgenstrahlung erzeugen und damit der Wissenschaft vollkommen neue Einblicke in die Struktur von Molekülen und deren Entstehung ermöglichen. Dies soll unter anderem dazu dienen, chemische Prozesse besser zu verstehen und, so die Erwartung, Grundlagen für die Entwicklung neuer Wirkstoffe im medizinischen Bereich schaffen.

Beim Freie-Elektronen-Laser wird das intensive Laserlicht nach einem neuartigen Prinzip erzeugt: Elektronen werden in einem supraleitenden Teilchenbeschleuniger auf hohe Energien gebracht, fliegen anschließend im Slalomkurs durch eine besondere Magnetanordnung («Undulator») und senden dabei laserartig gebündelte Strahlung aus.
Quelle: Desy
Quelle: 
M.A. nach Staatssekretariat für Bildung und Forschung, Medienmitteilung, 30. November, sowie XFEL, Pressemitteilungen, 24. September, 30. November, und18. Dezember 2009