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10.10.2012

Verfeinerte Erdbebengefährdungsanalyse verzögert

Das Pegasos Refinement Project (PRP), das erlauben soll, die Erdbebenfährdung der Schweizer Kernkraftwerke noch genauer zu bestimmen, erfährt eine Verzögerung von etwa sechs Monaten. Die beteiligten Experten benötigen mehr Zeit, um neuste Erkenntnisse auszuwerten und noch offene wissenschaftliche Fragen zu diskutieren.

Eine erste probabilistische Untersuchung zur Erdbebengefährdung der Kernkraftwerke in der Schweiz wurde in den Jahren 2001–2004 unter dem Namen Pegasos durchgeführt. Aufgrund neuer Erkenntnisse in der Fachwelt sowie zusätzlicher Messungen an den Kraftwerkstandorten haben die Kernkraftwerkbetreiber 2007 beschlossen, mit dem PRP eine Verfeinerungsstudie durchzuführen. Ziel ist die Berücksichtigung der seit 2004 neu vorliegenden Daten und Modelle sowie eine genauere Quantifizierung der Unsicherheiten.

Ursprünglich war geplant, die Arbeiten am PRP Ende 2012 zum Abschluss zu bringen. Voraussichtlich ab Dezember 2012 verfügbare neue Abminderungsmodelle aus den USA mit verbesserter Aussagekraft für Regionen mit mittlerer bis schwacher Erdbebengefährdung wie der Schweiz sowie weitere Analysen des Schweizerischen Erdbebendienstes werden es ermöglichen, die innerhalb des PRP verwendeten Abminderungsmodelle einer weiteren Prüfung zu unterziehen. Solche Modelle zeigen auf, wie stark sich die Erschütterungen vom Erdbebenherd bis zum Kraftwerkstandort abschwächen. Die Experten benötigen daher rund sechs Monate mehr Zeit, um die entsprechenden Prüfungen vorzunehmen und die dazu gehörenden wissenschaftlichen Fragen auszudiskutieren.

Nach Abschluss der Expertenarbeiten und Überprüfung des PRP durch das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) werden die PRP-Resultate publiziert. Die swissnuclear wird über den weiteren Verlauf der Arbeiten informieren. Ein umfangreiches Dossier über das PRP findet sich auf der Website der swissnuclear.
 

Quelle: 
D.S. nach swissnuclear, Medienmitteilung, 3. Oktober 2012