29.03.2017

Westinghouse: Antrag auf Insolvenz gestellt

Die Westinghouse Electric Company LLC und einige ihrer Tochtergesellschaften und mit ihr verbundene Unternehmen haben am 29. März 2017 Insolvenz beantragt. Sie streben eine strategische Umstrukturierung an. 

Die japanische Toshiba Corporation hatte 2006 die Nuklearsparte der Westinghouse von der British Nuclear Fuels Limited (BNFL) übernommen. Mit der Übernahme wurde die Toshiba-Gruppe zu einer weltweit führenden Anbieterin sowohl von Siede- als auch von Druckwasserreaktoren einschliesslich aller Dienstleistungen für diese Systeme.

Wegen Kostenüberschreitungen und Verzögerungen bei ihren AP1000-Bauprojekten in den USA meldete die Westinghouse am 29. März 2017 Zahlungsunfähigkeit nach Chapter 11 (dem entsprechenden Kapitel im amerikanischen Konkursrecht) an. Sie strebt eine strategische Reorganisation an. Die Westinghouse hat eine sogenannte Debtor-in-Possession-Finanzierung in der Höhe von USD 800 Mio. (CHF 795 Mio.) von einem Kreditgeber erhalten, die dazu beitragen soll, das Kerngeschäft während der Umstrukturierungsphase zu finanzieren und zu schützen. Damit sollen auch neue Akkreditive herausgegeben werden können.

Laut Westinghouse einigte sich das Unternehmen mit den Besitzern der AP1000-Projekten in den USA darauf, die Bauprojekte in der Anfangsphase des Insolvenzverfahrens weiterzuführen. Die Westinghouse verbleibe ihrer AP1000-Technologie verpflichtet und werde die laufenden Projekte in China fortführen.

Quelle: 
M.A. nach Westinghouse, Medienmitteilung, 29. März 2017