08.06.2018

Wylfa Newydd: Investitionsgespräche mit Regierung

Die japanische Hitachi Ltd. und die britische Regierung haben beschlossen, Verhandlungen über das Neubauprojekt Wylfa Newydd aufzunehmen. In einer Erklärung vor dem Parlament sagte der britische Wirtschafts- und Energieminister Greg Clark, dass die Massnahmen, welche die Regierung ergreifen wolle, neue Nuklearprojekte im Land langfristig unterstützen werden.

Die Horizon Nuclear Power Ltd. – seit 2012 der Hitachi gehörend – plant, an den Standorten Wylfa Newydd auf der Insel Anglesey im Norden von Wales und Oldbury-on-Severn in South Gloucestershire im Südwesten England je zwei Kernkraftwerkseinheiten des Typs Advanced Boiling Water Reactor (ABWR) der Hitachi-GE zu bauen. Anfang April 2017 reichte das Unternehmen beim Office for Nuclear Regulation (ONR) ein Standortgenehmigungsgesuch für Wylfa Newydd ein und am 1. Juni 2018 beantragte sie für dieses Neubauprojekt bei der britischen Infrastructure and Planning Commission (IPC) einen sogenannten Development Consent Order (DCO).

Grossbritanniens nächstes Neubauprojekt

Die britische Regierung hatte 2016 beschlossen, das erste Neubauprojekt in Grossbritannien – Hinkley Point C in Somerset – zu unterstützen. Sie hatte damals erklärt, sie erwarte, dass künftige Kernkraftwerksneubauten Strom günstiger erzeugen würden als Hinkley Point C. Wylfa Newydd ist nun das nächste Bauprojekt des Landes.

Clark erklärte am 4. Juni 2018 den Parlamentsmitgliedern: «Dies ist ein wichtiger nächster Schritt für das Projekt, obwohl bisher noch kein Entscheid getroffen worden ist.» Der erfolgreiche Abschluss dieser Verhandlungen unterliege natürlich den vollständigen behördlichen, regulatorischen und anderen Genehmigungen einschliesslich Preis-Leistungs-Verhältnis, Sorgfaltspflicht und Anforderungen an staatlichen Beihilfen.

Die Hitachi meinte, sie werde den abschliessenden Investitionsentscheid für das Wylfa-Newydd-Projekt treffen, sobald sie die Projektbewertung bezüglich wirtschaftlicher Vernunft als privates Unternehmen durchgeführt und die Diskussion mit der britischen Regierung fortgesetzt habe.

Duncan Hawthorne, CEO der Horizon Nuclear Power, erklärte, die Ankündigung Clarks seien «fantastische Neuigkeiten» für Anglesey, die Nuklearindustrie und Horizon sowie ein «deutliches Signal» für das Engagement der Regierung für eine kohlenstoffarme Zukunft in Grossbritannien.

Quelle: 
M.A. nach britischer Regierung, Medienmitteilung, 4. Juni, und Horizon Nuclear Power, Medienmitteilung, 5. Juni 2018