04.12.2000

Zwilag-Verwaltungsrat bewilligt Zusatzkredit für Verbrennungs- und Schmelzanlage

Der Verwaltungsrat der Zwilag Zwischenlager Würenlingen AG hat an seiner Sitzung vom 5. Dezember 2000 beschlossen, für die Fertigstellung der Verbrennungs- und Schmelzanlage einen Zusatzkredit von rund SFr. 10 Mio. bereitzustellen.

Die von der Zwilag eingesetzte Expertengruppe kommt zum Schluss, dass mit diesem Beitrag die Fertigstellung der Anlage gewährleistet werden kann. Die Expertengruppe hat nach der Aufnahme des Ist-Zustandes der Verbrennungsanlage einerseits die technischen Fragen erörtert und Anpassungen vorgeschlagen, andererseits ein Arbeits- und Terminprogramm bis zum aktiven Probebetrieb erarbeitet. Die Gesamtkosten der Verbrennungs- und Schmelzanlage werden sich jetzt auf rund SFr. 100 Mio. belaufen.
Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der Verbrennungsanlage sowie Liquiditäts- und Personalprobleme beim Totalunternehmer hatten die Zwilag im vergangenen September dazu bewogen, sich von diesem (MGC Moser-Glaser & Co. AG, Energie- und Plasmatechnik) zu trennen und die Anlage in eigener Regie fertig zu stellen. Die Abwicklung der noch anstehenden Arbeiten wird voraussichtlich ein Jahr dauern. Die Verbrennungsanlage soll den Betrieb im Frühjahr 2002 aufnehmen. Da die bestehende Verbrennungsanlage für schwachradioaktive Abfälle im Paul Scherrer Institut noch zur Verfügung steht, wirken sich die Verzögerungen weder auf den Betrieb der Kernkraftwerke noch auf die Verarbeitung der Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung aus.
Der Verwaltungsrat hat ferner vom Stand der Zwilag-Inbetriebsetzung Kenntnis genommen. Die seit Monaten laufenden, zeitaufwändigen Handhabungstests mit leeren Transport- und Zwischenlagerbehältern konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Im Rahmen des behördlichen Freigabeverfahrens hat sich herausgestellt, dass die ursprünglich angenommene Temperatur der zu lagernden Transport- und Lagerbehälter für verglaste hochradioaktive Abfälle und für ausgediente Brennelemente aufgrund der Wärmeabgabe neu entwickelter Behälter mit mehr Inhalt höher sein kann als ursprünglich angenommen. Bei der Planung der Zwilag-Behälterlagerhalle wurde davon ausgegangen, dass die Behältertemperaturen an der Bodenseite Werte von 60oC erreichen. Die effektive Wärmebelastbarkeit des Betonbodens ist - wie aus Zwischenlagern gleicher Bauart bekannt - jedoch um einiges höher. Die Zwilag hat nun in einem Bericht nachzuweisen, dass für den Behälterlagerboden in Würenlingen ebenfalls höhere Temperaturen zulässig sind.
Für Behälter mit hohen Temperaturen können bei Bedarf auch Wärmedämmplatten oder Metallgestelle unterlegt werden. Die Nachrechnungen der Wärmebelastbarkeit sowie die weiteren Lösungsvorschläge werden zurzeit im Rahmen des Freigabeverfahrens mit der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen diskutiert. Mit der Einlagerung der ersten Behälter ist im Frühjahr 2001 zu rechnen.

Quelle: 
M.S. nach Medienmitteilung Zwilag, 5. Dezember 2000