01.07.14

Argentinien gewinnt

… in Sachen Kernenergie ebenso wie Russland
Das neue argentinische Kernkraftwerk Atucha-2 hat in diesen Tagen seinen ersten Strom ans Netz abgegeben. Russland feiert derweil die erste stabile Kettenreaktion des derzeit leistungsstärksten Schnellen Brüters Belojarsk-4.

Die neue argentinische Kernkraftwerkseinheit Atucha-2 – mit vollem Namen «Central Nuclear Dr. Néstor Carlos Kirchner - Atucha-2» – hat am 27. Juni 2014 erstmals Elektrizität ins Stromnetz des Landes eingespeist. Er wird nun langsam hochgefahren bis er seine volle elektrische Nettoleistung von knapp 700 Megawatt erreicht. Der argentinische Planungsminister, Julio de Vido, betonte bei der Feier anlässlich der ersten Stromabgabe, dass der Reaktor den Energiemix des Landes mit sauberer und bezahlbarer Energie bereichere. Der Strom aus Atucha-2 vermeidet laut de Vido pro Jahr das Verbrennen von Öl im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar.

Auch die russische Nuklearindustrie hatte Grund zum Feiern. Am 21. Juni 2014 erreichte Belojarsk-4 erstmals die sogenannte Kritikalität. Von Kritikalität spricht man, wenn in einem Reaktor eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion einsetzt. Bei Belojarsk-4 kommt ein Reaktor des Typs BN-800 zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Schnellen Brüter mit einer Leistung von rund 800 Megawatt, der mit Natrium gekühlt wird. Solche Kraftwerke können den Kernbrennstoff mindestens 50-mal effizienter nutzen als herkömmliche Reaktoren. Sie können sogar aus ausgedienten Brennelementen, die heute in der Schweiz als radioaktive Abfälle gelten, weitere Energie gewinnen.

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Michael Schorer,
Leiter Kommunikation
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