28.09.16

Fukushima: psychologische Folgen überwiegen

Ryugu Hayanos Kampf gegen die Strahlenangst
Die psychologischen Probleme nach dem Reaktorunfall von Fukushima sind weitaus schlimmer als die direkten Folgen der ausgetretenen Radioaktivität. Prof. Dr. Ryugu Hayano will mit Missverständnissen aufräumen und übertriebene Ängste zerstreuen. Heute erzählte er am Forumstreff des Nuklearforums Schweiz, wie er dabei vorgeht.

Der japanische Physiker Ryugu Hayano kämpft in Fukushima mit wissenschaftlichen Methoden gegen übertriebene Strahlenangst. Mit dem «Babyscan», einem eigens entwickelten Messgerät für Kleinkinder, haben er und sein Team rund 3000 Kinder aus der Region untersucht und bei keinem radioaktives Cäsium aus den beschädigten Reaktoren gefunden. Auch ein Vergleich individueller externer Strahlendosen unter über 200 Schülerinnen und Schülern aus Fukushima, dem übrigen Japan, Weissrussland, Polen und Frankreich hat keine signifikanten Unterschiede ergeben.

Keine Rückkehr trotz niedriger Werte
Am heutigen Forumstreff des Nuklearforums in Zürich stellte Hayano fest, dass trotz dieser «guten Nachrichten», und obwohl die Strahlungswerte in den meisten geräumten Gebieten eine Rückkehr erlauben würden, noch immer fast 100’000 Personen nicht zurückkehren könnten. In seinem Referat beschrieb er, wie er versucht, den Ängsten der Leute mit wissenschaftlichen Erhebungen zu begegnen. «Daten sind das Eine, aber die Kommunikation darüber ist viel wichtiger», hielt er fest. Dies tut Hayano sowohl in direkten Gesprächen mit den Eltern von untersuchten Kindern wie auch in den sozialen Medien. Seine fast 80’000 Follower machen ihn zu einem der einflussreichsten Twitterer Japans.

Kontakt: 

Matthias Rey, Media Relations
Nuklearforum Schweiz, Postfach 1021, 3000 Bern 14
Tel.: 031 560 36 50    E-Mail: matthias.rey@nuklearforum.ch