03.12.14

KEIN «Atomunfall» in der Ukraine

Entgegen verschiedenen Medienberichten hat sich in der Ukraine kein Reaktorunfall ereignet. Im Kernkraftwerk Saporoschje wurde am 28. November 2014 einer von sechs Reaktoren aufgrund eines Ereignisses im nicht-nuklearen Teil abgeschaltet.

Gemäss der Betreiberfirma Energoatom sowie der ukrainischen Nuklearsicherheitsbehörde wurde am 28. November 2014 Block 3 des Kernkraftwerks Saporoschje automatisch abgeschaltet. Die Abschaltung sei von einem Schaden an einem Transformator im nicht-nuklearen Teil der Anlage ausgelöst worden. Gemäss Energoatom gab es keine Freisetzung von Radioaktivität und das Ereignis wurde vorläufig auf der Stufe 0 der INES-Skala klassiert. Dies bestätigte auch die Behörde.

Eine Aussage des ukrainischen Premierministers am 3. Dezember 2014 sorgte für Spekulationen über einen Reaktorunfall. Laut der Website der ukrainischen Regierung hat Premier Arsenij Jazenjuk jedoch nur vom Energieminister verlangt, die Öffentlichkeit über die Massnahmen zur Wiederherstellung der Stromversorgung zu informieren. Aufgrund des Betriebsstillstandes sind Teile der Umgebung ohne Strom. Saporoschje ist mit seinen sechs Reaktorblöcken à je 950 Megawatt Leistung das grösste europäische Kernkraftwerk und produziert über 20% des ukrainischen Stroms.

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Beat Bechtold, Geschäftsführer
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