20.11.13

Keine sicherheitstechnische Rechtfertigung für vorzeitiges Abschalten der Schweizer Kernkraftwerke

Greenpeace Schweiz fordert einmal mehr ein vorzeitiges Abschalten der Schweizer Kernkraftwerke. Dazu gibt es aus sicherheitstechnischer Sicht keinen Anlass. Die Sicherheitsstandards der Schweizer Kernkraftwerke gehören zu den höchsten der Welt. Die Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke wurde seit ihrem Bau laufend erhöht. Sie liefern heute zusammen mit Strom aus Wasserkraft und neuen erneuerbaren Energien einen umweltfreundlichen und bedarfsgerechten Schweizer Strommix.

In seiner heute veröffentlichten Studie «Energy [R]evolution» fordert Greenpeace Schweiz unter anderem «die sicherheitstechnisch gebotene Begrenzung der AKW-Laufzeiten auf 40 Jahre». Das Nuklearforum Schweiz hält fest: Es gibt keine sicherheitstechnischen Gründe für eine vorzeitige Ausserbetriebnahme der Schweizer Kernkraftwerke. Das bestätigen sowohl das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), der Bundesrat wie auch die EU-Behörden. Die Schweizer Kernkraftwerke sind sicher.

Ihre Sicherheit wurde seit dem Bau sogar noch deutlich erhöht. Die Schweizer Kernkraftwerke werden laufend auf dem aktuellen Stand der Technik gehalten und internationale Erfahrungen fliessen in die Anlagen ein. Dank dieser umsichtigen Sicherheitskultur erfüllen die Schweizer Kernkraftwerke die immer wieder erhöhten Sicherheitsanforderungen. In vielen Bereichen übertreffen sie die internationalen Standards. Das haben die Überprüfungen im Nachgang zum Reaktorunfall in Fukushima erneut belegt. Die Schweiz hat nach dem Unfall in Fukushima freiwillig an den Stresstests der EU teilgenommen und im europäischen Vergleich sehr gut abgeschnitten.

Umweltfreundliche Schweizer Stromproduktion

Das Nuklearforum geht mit Greenpeace einig, dass die Treibhausgasemissionen des Energiesektors gesenkt werden müssen. Der Schweizer Strommix ist schon heute nahezu CO2-frei. Der in der Schweiz produzierte Strom stammt zu knapp 40% aus Kernenergie und zu rund 55% aus Wasserkraft. Der restliche Strom kommt grösstenteils aus Kehrichtverbrennungsanlagen und neuen erneuerbaren Energien. Damit setzt die Schweiz auf die saubersten Technologien zur Stromerzeugung. Dies belegen Berechnungen des Paul Scherrer Instituts (PSI) zu den Treibhausgasemissionen verschiedener Energieträger über ihren gesamten Lebenszyklus – also von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung (siehe Grafik unten). Weitere Vorteile der Kernenergie sind ihre hohe Energiedichte, die zu einem tiefen Materialbedarf führt, und ihre hohe Verfügbarkeit.

Im Gegensatz zu Greenpeace haben verschiedene prominente Umweltschützer die Vorzüge der Kernenergie erkannt. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl Patrick Moore, Greenpeace-Mitbegründer und ehemals vehementer Gegner der Kernenergie. 2006 schrieb er im Bulletin der Internationalen Atomenergieorganisation IAEO: «Ich habe meine Meinung geändert, da die Kernenergie die einzige treibhausgasfreie Energiequelle ist, welche fossile Treibstoffe effektiv ersetzen und den steigenden Energiebedarf der Welt decken kann. Alle Kern-kraftwerke der Welt zusammen verhindern den Ausstoss von fast 3 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr – das entspricht den Abgasen von mehr als 428 Millionen Autos.»

In diesem Zusammenhang empfiehlt das Nuklearforum den amerikanischen Dokumentarfilm «Pandora’s Promise». Er handelt von Umweltaktivisten mit ähnlichem Gesinnungswandel wie Dr. Moore und erscheint am 3. Dezember 2013 auf iTunes: iTunes.com/PandorasPromise.

La version française sera disponible sur notre site web: http://www.nuklearforum.ch/fr/actualites/medias/communiques-de-presse

Grafik: Treibhausgasemissionen verschiedener Energieträger gemäss Paul Scherrer Institut

Kontakt:
Beat Bechtold
Geschäftsführer
Nuklearforum Schweiz

Tel.: 031 560 36 50    E-Mail: beat.bechtold@nuklearforum.ch